Türkei greift durch: Erneut verdächtige Maschine zur Landung gezwungen

Gut einen Monat, nachdem die Türkei erstmals einen Airbus zur Zwischenlandung in Ankara gezwungen hat, ist es jetzt zur mittlerweile dritten Durchsuchung einer Maschine auf türkischem Boden gekommen. Diesmal im Visier: Ein Transportflugzeug, das in Armenien gestartet war und vermutlich Waffen mit sich führt.

Die Maschine vom Typ Antonov AN 12, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, wurde an diesem Donnerstagmorgen in der osttürkischen Provinz Erzurum zur Landung gezwungen und setzte gegen 06.12 Uhr Ortszeit auf dem hiesigen Flughafen auf. Deklariert gewesen sei die Fracht als humanitäre Hilfsgüter.

Durchsuchung der Antonov AN 12 dauert an

Derzeit, so heißt es weiter, seien die Sicherheitskräfte noch mit der Durchsuchung des Transportflugzeugs beschäftigt. Wie die Hürriyet schreibt, kämen dabei sowohl spezielle Polizeihunde als auch Durchleuchtungsgeräte zum Einsatz. Um unerlaubte Fotoaufnahmen zu verhindern, wurden zudem zahlreiche Lastwagen als Sichtschutz vor der Maschine abgestellt. Ob sich der Verdacht bestätigt und tatsächlich Waffen an Bord sind, ist bisher nicht bekannt.

Es ist nicht die erste Maschine aus Armenien, die für die türkischen Behörden verdächtig ist. Nur wenige Tage, nachdem man einen syrischen Airbus, der mit Ziel Damaskus in Moskau gestartet war, zur Zwischenlandung in Ankara gezwungen hatte (laut des russischen Außenministers Sergej Lawrow belaste die Zwangslandung der letzten Woche die türkisch-russischen Beziehungen nicht – mehr hier), geriet ein armenisches Flugzeug auf dem Weg nach Aleppo ins Visier. Auch diese Maschine musste darauf hin am 15. Oktober in Erzurum zwischenlanden.

Erster Verdacht bestätigte sich nicht

Die armenische Seite zeigte sich damals mit der Vorsichtsmaßnahme einverstanden. Die Landung des Flugzeugs in der Türkei sei geplant gewesen und nach vorheriger Einigung durchgeführt worden, so Tigran Balayan, Sprecher des armenischen Außenministeriums. Nachdem Entwarnung gegeben werden konnte, wurde der Maschine der Weiterflug gestattet. An Bord befand sich, wie von den armenischen Beamten angegeben, humanitäre Hilfe, so der stellvertretende türkische Ministerpräsident Bülent Arınç (die Türkei beruft sich bei ihrem Vorgehen auf das Chicagoer Abkommen – mehr hier). Wie die armenische Regierung zur aktuellen Situation steht, ist bisher nicht bekannt.

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