Verstoß gegen Bewährungsauflagen: Macher von „Die Unschuld der Muslime“ muss ins Gefängnis

Jetzt muss Mark Basseley Youssef doch hinter Gitter. Der mutmaßliche Macher des Schmähfilms „Die Unschuld der Muslime“ hat gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen. Nun steht ihm ein Jahr Gefängnis bevor. Die Strafe verbüßt er allerdings nicht auf Grund der Unruhen, die das anti-islamische Video in weiten Teilen der arabischen Welt ausgelöst hat. Die zu Grunde liegende Verurteilung ist bereits zwei Jahre her - wegen Bankbetrugs.

In einem streng bewachten Gerichtssaal in Los Angeles, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, habe Mark Basseley Youssef unter anderem gestanden, in Zusammenhang mit dem umstrittenen Amateur-Clip unter falschen Namen aufgetreten zu sein und seinen Bewährungshelfer belogen zu haben. Der Einsatz von Pseudonymen wie etwa Nakoula Basseley Nakoula oder Sam Bacile, die er nach bekanntwerden des Films benutzte, war ihm jedoch mit dem Urteil aus dem Jahre 2010 wegen Bankenbetrugs streng untersagt worden.

Der 55-Jährige, der „Die Unschuld der Muslime“ im Sommer 2011 in der Nähe von L.A. gedreht haben soll, war bereits im vergangenen September wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen verhaftet worden und befand sich seither in Schutzhaft (ein pakistanischer Minister setzte ein Kopfgeld von 100.000 Dollar auf ihn aus – mehr hier). Jetzt muss er für ein Jahr ins Gefängnis.

Ein Jahr Haft und vier weitere Jahre Bewährung

Richterin Christina Snyder verfügte, dass der in Ägypten geborene koptische Christ seine Strafe in einem Bundesgefängnis absitzen werde. Doch auch nach dieser Zeit ist es für Youssef nicht vorbei. Das Gericht hängte im Anschluss vier weitere Jahre Bewährung an. Mit dem Schmähfilm selbst hat diese Entscheidung allerdings nichts zu tun. Obschon Youssefs Anwalt einen anderen Eindruck hat. Sein Vorwurf: Der Prozess werde von der US-Regierung genutzt, um seinen Mandanten wegen des umstrittenen Films zu bestrafen, was seines Erachtens einen Verstoß gegen die freie Meinungsäußerung darstelle.

„Die Unschuld der Muslime“ löste vor einigen Monaten weltweite Proteste aus. In mehreren Ländern waren Tote zu beklagen. Auch in der Türkei kam es zu Demonstrationen. Schließlich wurde der Film per gerichtlicher Anordnung blockiert. Die Auswirkungen des Amateurfilms waren selbst in Deutschland zu spüren. Zwar verliefen die Demonstrationen friedlich, gleichzeitig riefen jedoch Fundamentalisten der „Globalen Islamische Medienfront“ im Internet zum Mord an Politikern, Pro NRW-Mitgliedern und allen, die den Film nicht verbieten wollen, auf (Innenminister Friedrich wollte eine Vorführung in Deutschland unbedingt verhindern – mehr hier).

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