Machthaber bleibt hart: Assad will Syrien auf keinen Fall verlassen

Der syrische Machthaber Bashar al-Assad hat an diesem Donnerstag erneut sämtliche an ihn gerichtete Appelle abgelehnt, sein Land zu verlassen und in ein sicheres Exil zu gegen. Er würde „in Syrien leben und sterben“, so der umstrittene Präsident. Gleichzeitig warnte er die Weltgemeinschaft vor einer militärischen Intervention.

Im Gespräch mit dem englischsprachigen Nachrichtensender „Russia Today“ machte Bashar al-Assad, in dessen Land seit fast 20 Monaten der Aufstand tobt, deutlich: „Ich bin keine Marionette.“ Er sei niemand, der in den Westen oder ein anderes Land gehe. „Ich bin Syrer. Ich wurde in Syrien gezeugt, ich muss in Syrien leben und auch sterben“, verdeutlicht er seinen Standpunkt vor der Journalistin Sophie Shevardnadze.

Der britische Premierminister David Cameron, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet weiter, hatte am vergangenen Dienstag die Idee aufgebracht, Assad freies Geleit aus seinem Land und ausländisches Exil zu gewähren. Das, so Cameron, könnte angeordnet werden. Gleichzeitig erklärte er aber auch, dass er den Machthaber vor der internationalen Justiz sehen wolle.

Einmischung der Welt hätte Domino-Effekt zur Folge

Im Gespräch mit „Russia Today“ warnte Assad zudem vor einem internationalen Eingriff in den Syrien-Konflikt. Solch ein Schritt hätte globale Konsequenzen und würde die regionale Stabilität erschüttern. Seiner Ansicht nach sei Syrien das „letzte Bollwerk des Säkularismus und der Stabilität in der Region“. Eine Einmischung würde einen Domino-Effekt auslösen, der Einfluss auf die Welt vom Atlantik bis zum Pazifik haben würde. „Ich glaube nicht, dass der Westen interventiert. Würde er es aber doch tun, kann niemand sagen, was als nächstes passiert“, warnt Assad. Und er drohte weiter: Der Preis für eine solche Invasion würde groß sein. Wenn das dennoch geschehe, wäre dieser derart hoch, dass ihn sich die Welt nicht leisten könne.

Schon mehrmals gab es Forderungen von Seiten der Rebellen in Richtung der internationalen Gemeinschaft einzuschreiten, um das Blutvergießen zu beenden, das mittlerweile fast 40.000 Menschen das Leben gekostet haben soll. Erst an diesem Donnerstag gab es auch neue Verletzte unter türkischen Zivilisten, die von zwei Kugeln aus dem benachbarten Syrien getroffen wurden (auch syrische Verwundete wurden in der Türkei behandelt – mehr hier). Darüber hinaus wurde am frühen Morgen ein aus Armenien kommendes Flugzeug von den türkischen Behörden gestoppt. Der Verdacht: Die Transportmaschine könnte Waffen geladen haben (es ist bereits das dritte Flugzeug, das auf diesen Verdacht hin untersucht wird – mehr hier). Seit Mitte der Woche sind zudem Patriot-Raketen im Gespräch, mit der die NATO die türkisch-syrische Grenze sichern solle. Eine offizielle Anfrage habe es bisher allerdings noch nicht gegeben.

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