Neuer Massenansturm: Gut 8.000 syrische Flüchtlinge retten sich in die Türkei

Sie kletterten durch Stacheldrahtzaun und rannten um ihr Leben. Mindestens 8000 Menschen sollen nach Angaben von UNHCR-Sprecher Adrian Edwards aktuell von den Gräuel in ihrer syrischen Heimat ins Nachbarland geflohen sein. Damit befinden sich im Augenblick mehr als 112.000 Flüchtlinge in der Türkei.

Wie UNHCR-Sprecher Adrian Edwards der Associated Press mitteilte, hätten die syrischen Flüchtlinge die Grenze zur türkischen Provinz Sanliurfa passiert. Bisher habe die UN 5,000 von ihnen registrieren können, die Arbeiten dauerten noch an. „Diese Menschen“, zitiert ihn nun die türkische Zeitung Zaman, „sind auf der Flucht vor den Kämpfen zwischen den Rebellen der Freien Syrischen Armee und dem Regime.“ 70 von ihnen hätten Verwundungen davongetragen. Zwei sollen sogar gestorben sein (Deutschland will nach wie vor keine Flüchtlinge aufnehmen – mehr hier).

Wie ein türkischer Offizieller unterdessen erklärte, seien die meisten Flüchtlinge aus der in der nordsyrischen Provinz Idlib gelegenen Stadt Harem, aber auch aus der in der nordöstlichen Provinz al-Hasaka befindlichen Stadt Ras al-Ayn gekommen, wo die Rebellen den Regierungstruppen die Kontrolle über das Gebiet entreißen konnten.

Insgesamt, informiert das Blatt weiter, sei die Anzahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei damit auf rund 120,000 Personen angestiegen. Wie das türkische Katastrophenschutzministerium (AFAD) an diesem Freitag bekannt gab, habe der nunmehr seit 20 Monaten andauernde Konflikt 158,940 Menschen in die Türkei fliehen lassen. 112,883 hielten sich aktuell im Land auf. 46,057 seien bereits wieder in ihre Heimat zurückgekehrt. Derzeit würden sie in 13 Zeltstädten sowie in einer Containersiedlung in den sieben türkischen Provinzen Hatay, Şanlıurfa, Gaziantep, Osmaniye, Adıyaman, Kilis und Kahramanmaraş entlang der Grenze versorgt. Auch die Neuankömmlinge seien hier oder bei türkischen Verwandten untergebracht worden (bis zu 400.000 will das Land noch bis zum nächsten Sommer aufnehmen – mehr hier).

Neben den unzähligen Zivilisten sollen an diesem Freitagmorgen auch weitere Armeeangehörige in die Türkei geflohen sein. Konkret soll es sich um zwei syrische Generäle und Dutzende von Offizieren und Soldaten handeln.

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