Helikopterabsturz in der Provinz Siirt : 17 Soldaten getötet

Erst im vergangenen Juli kam es in der türkischen Provinz Hakkari zu einem Helikopterabsturz mit fünf toten Soldaten. Jetzt sind erneut 17 Tote zu beklagen. Im Südosten der Türkei ist an diesem Samstagmorgen ein Militärhubschrauber verunglückt. Derzeit geht man davon aus, dass widrige Witterungsbedingungen für das Unglück verantwortlich sind.

Das Unglück an diesem Samstagmorgen ereignete sich am 2838 Meter hohen Berg Herekol – häufig auch als Yazlıca Dağı bezeichnet – im Landkreis Pervari, dem höchsten Punkt der Provinz Siirt. Die Gegend ist häufig Schauplatz von Kämpfen zwischen der türkischen Armee und Anhängern der Terrororganisation PKK. In diesem Fall, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, sollen jedoch widrige Witterungsbedingungen Schuld am Absturz des Sikorsky sein.

Wie der Gouverneur von Siirt, Ahmet Aydın, mitteilte, wurden alle an Bord befindlichen Insassen bei dem Unglück getötet. 14 von ihnen waren Mitglieder von Spezialeinheiten der Gendarmerie. Der Rest gehörte zur Helikopter-Besatzung. Die Soldaten waren auf dem Weg zu ihren Truppen. Aydın gab an, dass dichter Nebel für den Absturz verantwortlich gewesen sei. Präsident Abdullah Gül zeigte sich am Morgen bestürzt. Die Soldaten seien unter schlechten Wetterbedingungen auf dem Weg zu ihren Kameraden gewesen, um ihnen zu helfen.

Inzwischen wurden bei Operationen des türkischen Militärs in der osttürkischen Provinz Hakkari gegen die PKK 42 ihrer Anhänger getötet. Das geht aus einer Erklärung des Gouverneurbüros von Hakkari vom 9. November hervor. Daneben sollen Waffen, darunter Raketenwerfer, Granaten und Sprengstoff beschlagnahmt worden sein. Der am 7. November begonnene Einsatz befinde sich in vollem Gange.

Fatale Entscheidung des Generalstabs: Aus Sicherheitsbedenken nur noch Lufttransport

Erst im vergangenen Juli hatte die türkische Armee ein Unglück dieser Art zu verkraften. Insgesamt fünf türkische Soldaten wurden getötet und sieben weitere verletzt als ein Militärhubschrauber in der türkischen Provinz Hakkari in der Nähe der irakischen Grenze abstürzte. Der S-70 Sikorsky habe nach Angaben des Generalstabs während eines Landemanövers in einer abgelegenen Bergregion plötzlich an Leistung verloren. Schnell kamen Gerüchte auf, die PKK könnte etwas mit dem Absturz zu tun haben. Militär-Chef  Özel wies diese Spekulationen entschieden zurück, Er erklärte, dass das Fluggerät auf Grund eines technischen Versagens abgestürzt sei und derartige Behauptungen reine PKK-Propaganda seien (das Unglück ereignete sich beim Landeanflug – mehr hier).

Ende Oktober hatte der türkische Generalstab angekündigt, dass sämtliche militärischen Transporte künftig auf dem Luftweg erfolgen sollen. Hintergrund ist die Vermeidung weiterer Anschläge auf Militärkonvois durch die Terrororganisation PKK (zuvor wurden bei einem Sabotageakt an einer Gaspipeline 28 türkische Soldaten verletzt – mehr hier).

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