Helikopterabsturz: Türkische Armee kündigt Untersuchung an

Eine Attacke der Terrororganisation PKK schließt der Gouverneur von Siirt, Ahmet Aydın, kategorisch aus. Die widrigen Witterungsbedingungen sollen Schuld am Absturz eines Helikopters mit 17 Toten am Berg Herekol am vergangenen Samstagmorgen sein. Ausreichend scheint diese Erklärung allerdings selbst dem Militär nicht. Jetzt wurde eine Untersuchung des Falls eingeleitet.

Wie die Türkischen Streitkräfte mitteilten, sei eine Untersuchung des Sikorsky-Absturzes mit 17 getöteten Soldaten in der Provinz Siirt eingeleitet worden. Schon kurz nach dem Unglück wiesen sie in einer Erklärung darauf hin, dass die Absturzursache im Rahmen der nun folgenden Ermittlungen zu klären sei.

Noch bevor die Streitkräfte zu Wort kamen, schloss der Gouverneur von Siirt, Ahmet Aydin, einen Anschlag durch die Terrororganisation PKK aus. Er gab vor den Journalisten an, dass der Militärhubschrauber auf Grund dichten Nebels direkt in den Felsen gekracht wäre. Das Wetter sei extrem schlecht gewesen. Es habe zudem auch stark geregnet.„Wir sind zu den Toten vorgedrungen“, informierte Aydin im Laufe Samstagmittags. „Die Ursache des Absturzes ist zu 100 Prozent der Nebel gewesen.“ Ähnliches ließ auch Staatspräsident Abdullah Gül in einer ersten Reaktion auf die Nachricht verlauten (er sprach ebenfalls von schlechten Wetterbedingungen – mehr hier).

Doch das Wetter dürfte als zufriedenstellende Erklärung für die Angehörigen als auch die Öffentlichkeit kaum ausreichen. Viel zu viele Fragen stehen derzeit noch im Raum. Warum war der Helikopter bei derartigen Verhältnissen überhaupt gestartet, um Truppen zu transportieren? Gab es technische Schwierigkeiten, etwa mit den Instrumenten? Handelte es sich am Ende gar um menschliches Versagen? Oder gab es Manipulationen durch Dritte, die den Absturz herbeiführten? (beim letzten Absturz im Juli schloss der Generalstab eine Attacke durch die PKK kategorisch aus – mehr hier) Die Streitkräfte halten sich jedenfalls bedeckt.

Seit diesem Sommer haben Anschläge durch die PKK im Südosten der Türkei, insbesondere in der Region Hakkari, wieder zugenommen. Türkische Jets und Hubschrauber haben nach Angaben des Gouverneur von Hakkari zuletzt drei Tage lang PKK-Stellungen entlang der Grenze zum Irak und dem Iran bombardiert und dabei 42 Terroristen getötet.

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