Hungerstreik: Führende kurdische Politiker schließen sich Protestbewegung an

Den beiden BDP-Abgeordneten Özdal Üçer und Emine Ayna sind nun weitere Parteikollegen in den Hungerstreik gefolgt. Insgesamt sechs führende kurdische Politiker haben sich am vergangenen Samstag dazu entschlossen, sich mit den rund 700 Gefangenen zu solidarisieren, die nun teils seit 61 Tagen ohne Nahrung auskommen.

Bei den seit diesem Samstag im Hungerstreik befindlichen BPD-Mitgliedern handelt es sich nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters um Osman Baydemir, Bürgermeister von Diyarbakir, den stellvertretenden Vorsitzenden der Partei, Sirri Süreyya Onder, sowie  Gultan Kisanak, Aysel Tugluk, Adil Kurt und Sabahat Tuncer.

Der Hungerstreik hatte in kleiner Runde am 12. September dieses Jahres begonnen. Mittlerweile beteiligen sich rund 700 Häftlinge in Gefängnissen in der gesamten Türkei. Am vergangenen Donnerstag hatten sich mit dem BDP-Abgeordneten von Van, Özdal Üçer, und seiner Parteifreundin Emine Ayna, dann die ersten Politiker der Aktion angeschlossen, die unter anderem fordert, dass der inhaftierte PKK-Führer Abdullah Öcalan seine Anwälte nach 15 Monaten ohne Kontakt endlich wieder sehen dürfe.

Unterdessen gerieten Polizei und Demonstranten, die ihre Solidarität für die Streikenden bekundeten, aneinander:

https://www.youtube.com/watch?v=EEzTuvVGZNM

Schon Ende Oktober wurden Warnungen durch die Türkische ÄrztInnenvereinigung (TTB) laut, dass sich einige Gefangene in kritischer Verfassung befinden würden. Die Fortführung dieses Streiks, so die Mediziner, würde schwere körperliche Schäden, wenn nicht gar den Tod nach sich ziehen (obendrein würden die Häftlinge die Aufnahme überlebenswichtiger Vitamine verweigern – mehr hier)

Mittlerweile hat sich auch EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit dem türkischen Außenminister Ahmet Davutoglu in Brüssel äußerte er bereits am vergangenen Mittwoch seine Sorge über den Gesundheitszustand der Streikenden.

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