Industrieminister Nihat Ergün: Volkswagen Gruppe soll in der Türkei investieren

Der türkische Industrieminister Nihat Ergün hat die Volkswagen Gruppe dazu eingeladen, ihre Automobile künftig auch in der Türkei zu produzieren. Der Konzern scheint nicht abgeneigt. Noch mangle es aber unter anderem an der dafür benötigten Infrastruktur.

„Wir erwarten, dass Volkswagen und Škoda zügig Schritte ergreifen werden, um eine Produktionsstätte in der Türkei aufzubauen“, zitiert die türkische Hürriyet Industrieminister Nihat Ergün. Der hatte sich am vergangenen Sonntag mit dem Škoda-Vorsitzenden Winfried Vahland getroffen und den Standort Türkei als attraktiven Markt mit Potential angepriesen.

VW-Produkte gehören zu den meistverkauften in der Türkei

Im Zuge der Zusammenkunft machte Ergün darauf aufmerksam, dass der europäische Automobilriese bisher keine Produktionsstätten in der Türkei habe, obschon dessen Fahrzeuge derzeit zu den meistverkauften des Landes gehören würden. Im Moment würde die Türkei über jährliche Produktionskapazitäten von 1,5 Millionen Fahrzeugen verfügen. 1,2 Millionen davon würden in Anspruch genommen. Kurzfristiges Ziel sei es jedoch, die Produktionskapazität auf vier Millionen Stück zu erhöhen.

Auch den inländischen Markt machte Ergün seinem Gegenüber noch einmal schmackhaft. Dieser wachse schnell, zudem habe die Türkei derzeit noch eine niedrigere Kfz-Eigentumsquote als der weltweite Durchschnitt. Zudem brauche das Land frische Investitionen und neue Modelle, um in zehn Jahren einen jährlichen Inlandsabsatz von zwei Millionen Fahrzeugen erreichen zu können.

Geographischer Vorteil: Erschließung neuer Märkte über Türkei

„Rund 75 Prozent der im Inland produzierten Autos werden exportiert“, schildert der Minister dem Vorstandsvorsitzenden der tschechischen Tochtergesellschaft die momentane Situation. Dank seiner Lage biete die Türkei große Vorteile im Hinblick auf die Erschließung externer Märkte.

Vor allem für die VW-Tochter könnte das durchaus interessant sein.  Im Jahr 2011 konnte Škoda einen Rekordabsatz von fast 879.200 Fahrzeugen erzielen. In den ersten beiden Monaten des Jahres ging es in diesem Tempo mit 147.500 Fahrzeugen, einem Plus von fast zwölf Prozent weiter. Die weltweite Krise scheint das Unternehmen derzeit nicht besonders zu tangieren. „Škoda ist toll aufgestellt, denn wir sind eine preiswerte und werthaltige Marke. Gerade in einer Zeit, in der der Geldbeutel besonders nah am Körper hängt, denken die Menschen an Qualität, Wertbeständigkeit und Preiswürdigkeit. Gerade jetzt ist die Zeit von Škoda“, so Vahland bereits früher in diesem Jahr in einem Interview mit Autogazette. Ziel bleibe es, stärker als der Weltmarkt zu wachsen. Wenn der Weltmarkt beispielsweise um fünf Prozent wachse, sei das die Messlatte.

Daran hielt Vahland auch im November fest. Oberstes Ziel sei es derzeit, diesen Wert binnen der nächsten fünf Jahre zu verdoppeln. Der einstige VW-Chef in China zeigte sich von einer direkten Investition in der Türkei nicht abgeneigt. Gleichzeitig wies er allerdings darauf hin, dass hierzu eine ausreichende Infrastruktur und ein bestimmtes Niveau der inländischen Marktvolumens erforderlich wäre. Das Unternehmen wolle, so fährt er fort, die asiatischen und europäischen Märkte über die Türkei erschließen.

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