Auseinandersetzungen an der türkisch-syrischen Grenze: Türkische Streitkräfte lassen Kampfjets aufsteigen

Das Muskelspiel an der türkisch-syrischen Grenze geht weiter: Nachdem es an diesem Montag erneut mindestens drei Verletzte auf türkischer Seite zu beklagen gab, haben die türkischen Streitkräfte abermals F-16 Kampfjets an der syrischen Grenze aufsteigen lassen. Im Falle einer Grenzverletzung sollen sie angeblich den Befehl gehabt haben zu feuern.

Wie die türkische Nachrichtenagentur Doğan berichtet, hätten türkische Kampfjets an diesem Montag inmitten einer Eskalation im Kampf zwischen bewaffneten Rebellen und syrischen Sicherheitskräften in der Nähe der türkisch-syrischen Grenze einen Einsatz geflogen. Erneut sollen mindestens zwei türkische Bürger sowie ein Soldat bei Angriffen der syrischen Luftwaffe auf das Grenzgebiet zur Türkei verletzt worden sein. Auf syrischer Seite gab es, infolge des Bombardements eines syrisches Kampfflugzeug auf ein Ziel in Ras al-Ain, sieben Tote zu beklagen (erst am vergangenen Donnerstag gab es in der Grenzstadt Ceylanpınar zwei verletzte Zivilisten – mehr hier). In der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar herrscht nun blanke Panik.

Die F-16-Jets waren in der südöstlichen Provinz Diyarbakır mit der dringenden Mission, die Grenze zu Syrien zu patrouillieren, gestartet. Sie sollen mit Munition ausgestattet gewesen sein. Daneben gebe es Gerüchte, dass den Piloten der Befehl erteilt worden sei, im Falle einer erneuten Grenzverletzung syrische Jets zu attackieren (nachdem ein syrischer Hubschrauber versuchte Bomben über der Grenzstadt auf syrischer Seite abzuwerfen, wurde dieser von einem türkischen Jet abgedrängt – mehr hier).

Angesichts der Zuspitzung der Lage an der türkisch-syrischen Grenze, hat nun auch NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen während einer Parlamentarischen Versammlung des Atlantikpakts in Prag an diesem Montag Position bezogen. Die NATO, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, werde alles Nötige unternehmen, um die Türkei als ihren Verbündeten zu schützen und zu verteidigen. Weiterhin begrüßte Rasmussen die Einigung der bislang zerstrittenen syrischen Opposition am vergangenen Wochenende in Katar, die sich zur „Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte“ formierte.

Gebannter Blick auf syrisch-israelische Grenze

Seit vergangenen Sonntag blickt die Welt nun auch auf die Situation an der Grenze zu Israel. Die israelische Armee hatte am Wochenende mehrere Warnschüsse in Richtung des Nachbarlandes abgefeuert. Auslöser war nach Angaben der israelischen Armee eine syrische Granate, die einen israelischen Militärposten auf den Golan-Höhen getroffen haben soll. Auch am Montag beruhigte sich die Situation nicht. Jetzt feuerte die israelische Armee mit Panzern gezielt auf Kampfverbände in Syrien.

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