Griechenland: Juncker hofft auf Wunder und brüskiert öffentlich Mme. Lagarde

Der Troika-Bericht über Griechenland ist nicht so positiv wie von Euro-Gruppenchef Juncker dargestellt. Es fehlt ein wesentlicher Punkt: Die Einschätzung darüber, ob Athen von seinen Schulden erdrückt wird. Die EU setzt darauf, dass die EZB nun mit ein paar kleinen Tricks aushilft.

Von einem Höhepunkt ebenfalls weit entfernt ist die Beziehung zwischen Christine Lagarde und Jean Claude Juncker, wie bei der gemeinsamen Pressekonferenz der beiden am Montag deutlich wurde: Juncker sagte, die Griechen werden bis 2022 Zeit erhalten, um ihre Schulden abzubauen. Lagarde verdrehte während der etwas konfusen Aussagen Junckers die Augen, schüttelte den Kopf und sagte später, dass es keinen Beschluss gebe, das Ziel nicht nach hinten zu verschieben (Video der PK hier, Juncker bei ca. Minute 24:00, Lagardes Körpersprache leider nicht im Bild). Theoretisch ist Griechenland am Donnerstag auch praktisch pleite (mehr hier). Dem dürfte aber dadurch abgeholfen werden, dass die EZB besagte Neuinterpretation der Werthaltigkeit von griechischen Sicherheiten vornehmen wird. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte jedenfalls, dass Griechenland auch diesmal nicht über jene fiskalische Klippe fallen werde, die durch die europäische Insolvenzverschleppung so regelmäßig unter die Füße der armen Hellenen geschoben wird, dass man die Uhr danach stellen könnte.

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