Anhaltende Gefahr in Ceylanpınar: Türkei sendet diplomatische Note an Syrien

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat sich mit der mittlerweile zweiten Diplomatischen Note an Syrien gewandt. Nach einem erneuten Zwischenfall mit mindestens drei Verletzten auf türkischer Seite spitzt sich der Konflikt an der türkisch-syrischen Grenze immer mehr zu. Unter den Einwohnern der Stadt Ceylanpınar herrscht blanke Panik.

Den jüngsten Schritt in Richtung Syrien gab Außenminister Ahmet Davutoğlu im Zuge einer Pressekonferenz mit seinem italienischen Amtskollegen Giulio Terzi bekannt. Davutoğlu weilt derzeit in Italien, wo er am neunten türkisch-italienischen Forum teilnimmt. Den Journalisten erklärte er: „Wir haben an das syrische Regime eine Diplomatische Note gesendet und den UN-Sicherheitsrat sowie die NATO über die Situation informiert.“ Das berichtet die türkische Zeitung Sabah.

Am vergangenen Montag war es an der türkisch-syrischen Grenze erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Syrische Kampfflugzeuge bewegten sich nahe des türkischen Territoriums, um die syrische Grenzstadt Ras al-Ain zu bombardieren, die unmittelbar neben Ceylanpınar liegt. Dabei gab es auf türkischer Seite mindestens drei Verletzte, darunter auch ein Soldat. Das türkische Militär reagierte sofort. Zusätzlich stiegen  F-16-Kampfjets auf, um die Gegend zu sichern (für den Fall eines erneuten Zwischenfalls sollen sie einen Schießbefehl gehabt haben – mehr hier).

Davutoğlu appelliert erneut an die internationale Gemeinschaft

Mit Sorge beobachtet der türkische Außenminister die derzeitige Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft. Diese, daraus macht er auch vor den italienischen Journalisten keinen Hehl, sei schädlich für das menschliche Gewissen. „In erster Linie trägt das Regime Assad die Verantwortung für das, was gerade passiert. Die sekundäre Verantwortung liegt beim UN-Sicherheitsrat für seine Untätigkeit. Solange diese Untätigkeit anhält, wird das syrische Regime weiterhin seine Provokationen verschleiern.“

Die Bombardierung von Wohngebieten durch syrische Jets ohne eine Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kämpfern sei inakzeptabel, fährt Davutoğlu fort. Daneben stellte er jedoch auch klar, dass die Maschinen des Nachbarlands den türkische Luftraum nicht verletzt hätten. Andernfalls hätte man entsprechend reagiert. Mit Blick auf die Einigung der syrischen Opposition am vergangenen Wochenende erneuerte Davutoğlu auch sein Appell an die internationale Gemeinschaft. Nun sei sie an der Reihe (die Einigung der bislang zerstrittenen syrischen Opposition am vergangenen Wochenende in Katar, die sich zur „Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte“ formierte, wurde auch von NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen begrüßt – mehr hier).

Die erste diplomatische Protestnote an Syrien erging im vergangenen Juni kurz nach dem Abschuss eines türkischen Kampfjets.

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