Syrien-Konflikt: Türkei und Israel werden nicht kooperieren

Seit vergangenem Wochenende ist neben der Türkei auch Israel aktiv in den Syrien-Konflikt involviert. Jüngste Gerüchte, die beiden Ländern könnten fortan zusammenarbeiten, um die seit März 2011 andauernde Krise zu beenden, dementierte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu nun aber entschieden. Ohnehin habe es sich im Fall der Golanhöhen nicht um eine Grenzverletzung durch Syrien gehandelt.

Seit Wochen und Monaten appelliert die Türkei an die internationale Gemeinschaft, dem Treiben in Syrien nicht länger zuzusehen. Länder wie Deutschland sollten Flüchtlinge aufnehmen, Verbündete lieber heute als morgen das Blutvergießen im Land beenden. Die Angst vor einem regionalen Flächenbrand ist allgegenwärtig (mittlerweile übermittelte die Türkei eine zweite diplomatische Note an Syrien – mehr hier). Mit einem Land will die Türkei aber trotz der sich immer weiter zuspitzenden Situation keinesfalls kooperieren: Israel.

Nach einem Mörsereinschlag auf den Golanhöhen hatte das israelische Militär umgehend reagiert und am Montag „direkte Treffer“ gemeldet, nachdem es am vergangenen Sonntag zunächst nur Warnschüsse abgegeben hatte. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warnte in Richtung Damaskus: Man sei auf alle Eventualitäten eingestellt und beobachte die Situation genau. Die Gefahr ist groß, dass Israel in den Konflikt hineingezogen wird.

Verteidigung der Grenzen kein Fall für eine Allianz

Davutoğlu, der sich derzeit in Rom aufhält, dementierte nun auf die Frage eines italienischen Journalisten hin, ob die Gerüchte denn zuträfen und die Türkei mit Israel eine Allianz bilde, um den Konflikt zu lösen. Er stellte heraus: „Jedes Land verteidigt natürlich seine Grenzen. In solchen Angelegenheiten gibt es keine Allianz der Türkei mit Israel.“

Das Überspringen der gewalttätigen Auseinandersetzungen von Syrien auf die seit 1967 besetzten und 1981 annektierten Golanhöhen, lässt in Israel bereits seit einiger Zeit die Befürchtungen wachsen, dass der Konflikt sich weiter ausbreiten könnte. Die Einschläge am vergangenen Wochenende sollen nicht die ersten gewesen sein. Ähnliche Sorgen plagen derzeit auch die Türkei, Jordanien und den Libanon. Diese haben sich nicht nur mit einer immer prekärer werdenden Flüchtlingssituation auseinanderzusetzen (erst kürzlich kam es zu einem erneuten Massenansturm auf die Türkei – mehr hier), sondern werden nahezu täglich mit brisanten Situationen an ihren Grenzen konfrontiert.

Golanhöhen sind lediglich annektiertes Land

Der türkische Außenminister Davutoğlu bewertete den Einschlag von Granaten auf den Golanhöhen jedoch nicht als Grenzverletzung durch Syrien. Das Gebiet gehöre nicht zu Israel, sondern sei lediglich annektiertes Land.

Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei liegen bereits seit dem Zwischenfall auf dem Hilfsschiff Mavi Marmara im Jahr 2010 auf Eis. Im Bemühen, die angeschlagenen diplomatischen Beziehungen zu kitten, hatte Israel im vergangenen Juli Journalisten bekannter türkischer Medienhäuser eingeladen. Die Botschaft: Israel will die Verbindungen zur Türkei „in einer Region, in der Instabilität herrscht“, wieder normalisieren.

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