Der Traum vom Homeoffice: 51 Prozent der Türken können sich nicht konzentrieren

Vom Bett direkt an den Schreibtisch, kein Styling, kein hektisches Gedränge in der U-Bahn: Für Millionen Menschen auf der Welt ist ein Homeoffice das Nonplusultra, wenn es um den idealen Arbeitsplatz geht. Doch der Traum von der Unabhängigkeit hat auch Schattenseiten. In einer Studie ist Regus, der weltweit größte Anbieter flexibler Arbeitsplatzlösungen, dem „Mythos“ auf den Grund gegangen und hat ihn enttarnt. Auch in der Türkei.

„Zuhause arbeite ich viel effektiver“ oder „In meinen eigenen vier Wänden schaffe ich mehr“ – Argumente wie diese bringen wohl die meisten an, wenn sie bei ihrem Vorgesetzten für ein Homeoffice vorsprechen. Für einige Arbeitnehmer mag das auch gelten. Sie sind in ihrer gewohnten Umgebung in der Tat leistungsfähiger und bringen am Ende des Tages mehr zustande, als etwa in einem Großraumbüro.

Doch das gilt bei Weitem nicht für jeden. Wie eine aktuelle Untersuchung von Regus herausgefunden hat, ist die Arbeit am heimischen Schreibtisch oftmals alles andere als fruchtbar oder einfach. Befragt wurden 24.000 Personen in 90 Ländern, darunter auch in der Türkei.

Kinder und Familienmitglieder stören am meisten

Flexible Arbeitszeiten und Arbeitsbereich mögen zwar Transportprobleme lösen und gleichfalls hilfreich gegen die Ineffizienz der herkömmlichen Büroumgebungen sein. Doch die meisten Angestellten, die von zuhause aus arbeiten, hätten nach Angaben von Regus vor allem ein Problem: Die Konzentration. Das sei auch in der Türkei der Fall. Gut 51 Prozent der Arbeitnehmer, die ihren Job abseits der Unternehmensbüros erledigen, klagen über Konzentrationsschwächen.

Auch berufliche Telefongespräche von zuhause aus zu führen, stelle für nicht wenige (51 Prozent) ein echtes Problem dar. Die Zahl derjenigen, die sich unwohl fühlen, steigt übrigens immens an, wenn sich Kinder oder andere Familienmitglieder zu den jeweiligen Arbeitszeiten im Haus oder in der Wohnung aufhielten und zusätzliche Aufmerksamkeit einforderten. Dann würden 71 Prozent über massive Ablenkungsprobleme klagen. Ein Fünftel der türkischen Befragten beschreibt gegenüber Regus zudem Schäden des Haltungsapparates, der auf ungeeignete Stühle und Schreibtische zurückzuführen sei (Probleme haben in der Türkei aber auch Arbeitnehmer mit Handicap – mehr hier).

Und wie erleben das die Homeoffice betreiber im weltweiten Vergleich? Betrachtet man die Ergebnisse insgesamt, so waren für 51 Prozent der Befragten, die Kinder das Hauptproblem bei der Arbeit von zuhause aus. Darauf folgten mit 43 Prozent Konzentrationsschwierigkeiten und mit 39 Prozent schließlich Familienangehörige, die die eigenen Arbeitsabläufe unterbrechen.

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