Erdoğan hat’s gestört: Aus Ankaras Erotikshops werden Liebesläden

Eine Gemeindeverwaltung in der türkischen Hauptstadt zeigt bedingungsloses Gehorsam. Weil dem türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan einschlägige Schilder an Geschäften für Erotikbedarf nicht gefielen, ließ man diese in Atakent kurzerhand tauschen. Ähnlich pikiert zeigte man sich vor einigen Jahren in Schweden. Der Stein des Anstoßes dort: Eine Kirche.

Nach einer Warnung der Gemeinde von Atakent haben die Inhaber der Erotikläden nun nachgegeben. Weil sich der türkischer Premier Erdoğan an der Bezeichnung störte, wurden die Schilder über den Shops kurzerhand ausgetauscht. Die Geschäfte heißen nun „Liebesläden“. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet unter Berufung auf ihre Kollegen von der Cumhuriyet in einer Notiz.

„Die Gemeinde hat uns gewarnt, dass sich der Premier an den Aushängeschildern mit der Aufschrift ‚Erotik-Laden‘ gestört hätte“, zitiert das Medium einen der Ladenbesitzer. Zweimal, so berichtet er, hätte ihn die Polizei bereits verwarnt. Falls er die Schilder nicht ändere, seien ihm rechtliche Schritte angedroht worden.

Doch nicht nur türkische Politiker zeigen sich von manchen Bezeichnungen pikiert. Vor drei Jahren fällte das Oberlandesgericht Göteborg ein Urteil, das es der so genannten „Orgasmuskirche“ untersagte, sich weiterhin so zu bezeichnen. Die Richter erklärten, die Bezeichnung einer freikirchlichen Gemeinde, die der spanische Künstler Carlos Bebeacua gegründet hatte, sei – entgegen der Meinung anderer Richter – „anstößig“ und „gegen die guten Sitten“.

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