Solidarität mit Gaza: Türken protestieren gegen Israels Luftschläge

Eine Menschengruppe hat am vergangenen Mittwochabend vor der Fatih Moschee in Istanbul gegen die jüngsten Kampfhandlungen zwischen Israel und Gaza demonstriert. Nur Stunden zuvor hatte Israel einen Angriff auf die Hamas gestartet. Damit reagierte das Militär auf den zunehmenden Raketenbeschuss südlicher Grenzorte aus dem Gaza-Streifen.

Unter den Demonstranten vor der Istanbuler Moschee befand sich auch Ebu Imad, Mitglied des Politbüros der Hamas. In seiner Ansprache an die Gruppe gab er sich provokant und betonte, dass die Kämpfer im Widerstand gegen Israel „nichts fürchten“ würden. Zwar mögen die Kämpfer im Gaza weniger Waffen haben, doch, so zitiert ihn die türkische Zeitung Zaman, „der Geist des Märtyrertums in ihren Herzen ist stärker als die Waffen des Feindes“.

Die jüngste Operation Israels ist eine Reaktion auf einen seit mehreren Tagen andauernden Raketenbeschuss aus dem Küstengebiet. Der jetzige Einsatz wird als der schlimmste seit vier Jahren gewertet. Nach Ansicht von Imad, habe der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die Angriffe aus purer Berechnung hinsichtlich seiner Wiederwahl angeordnet. Imad forderte nun wiederum alle Muslime dazu auf, sich für Palästina zu vereinen (die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel gelten als eisig – mehr hier).

Am Mittwoch hatte Israel den Militärchef der Hamas, Ahmed al-Dschabari, getötet. Er starb bei einem Raketenangriff, als er mit seinem Fahrzeug in Gaza unterwegs war. Auch sein Sohn soll dabei ums Leben gekommen sein. Vorausgegangen war den aktuellen Beschüssen über 100 Raketen, die von Gaza auf Israel abgefeuert wurden. Israel setzte im Laufe der jüngsten Kampfhandlungen auch Kriegsschiffe ein, die auf den Küstenstreifen feuerten (vor kurzem wurden Berichte laut, dass israelische Touristen sich die Unruhen in Syrien ansähen – mehr hier).

Auch am Donnerstag wurden die Angriffe via Luftwaffe, Marine und Artillerie fortgesetzt. Bis zum Nachmittag sollen mehrere hunderte Ziele anvisiert worden sein. Derweil gibt auch die Gegenseite nicht nach. Militante Palästinsenser feuern weiter auf Israel.

Aus Gaza wurden heute 13 Tote und mehr als hundert Verletzte gemeldet. Gestern starben drei Israelis. US-Präsident Barack Obama äußerte Verständnis für die israelische Militäraktion.

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