„Charta der Vielfalt“: Kretschmann und Böhmer unterzeichnen Initiative zur Einbeziehung von Vielfalt in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen

Bereits seit 2006 will die „Charta der Vielfalt“ die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in Deutschland voranbringen. An diesem Donnerstag haben nun Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Staatsministerin Dr. Maria Böhmer auf Initiative der Integrationsministerin Bilkay Öney die Charta unterzeichnet. Baden-Württemberg ist damit als elftes Bundesland beigetreten.

„Vielfalt, Toleranz und gegenseitiger Respekt der Menschen haben einen hohen Stellenwert in Baden-Württemberg“, zitiert die Pressestelle des Ministeriums für Integration Baden-Württemberg Ministerpräsident Winfried Kretschmann anlässlich der Unterzeichnung im Landtag. Er stellt heraus: „Es ist der Anspruch unseres Regierungshandelns, dass alle Menschen die gleichen Chancen, Rechte und Pflichten haben und gemeinsam an der Zukunft des Landes arbeiten können. Wir als Landesverwaltung haben hier eine Vorbildfunktion.“

Arbeitsumfeld frei von Vorurteilen schaffen

Die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ sei ein starkes Zeichen für die interkulturelle Öffnung unserer Verwaltung. Gemeinsam wolle man ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen sei, kommentierte in diesem Zusammenhang auch Ministerin Bilkay Öney den Vorgang in Stuttgart. Sie zitiert aus der Charta, deren Ziel es ist, „ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist“, und macht noch einmal deutlich, dass es hier um Potenziale gehe – „unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.“

Daimler, der BP Europa SE (ehemals BP), die Deutsche Bank und die Deutschen Telekom haben die „Charta der Vielfalt“ unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im Dezember 2006 nach französischem Vorbild bundesweit ins Leben gerufen. Auch in Baden-Württemberg, so heißt es weiter, hätten mittlerweile knapp 80 Unternehmen und Einrichtungen die Charta unterzeichnet. Am 10. September 2010 wurde der dazugehörige Verein „Charta der Vielfalt e. V.“ gegründet, in dem derzeit 13 Unternehmen und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Mitglieder firmieren.

Böhmer: Wandel im Umgang mit Migranten

Staatsministerin Dr. Maria Böhmer unterstützt mit ihrer Unterschrift die Initiative. Sie betonte an diesem Donnerstag erneut: „Für den Zusammenhalt ist es entscheidend, dass sich die wachsende Vielfalt unseres Landes auch in den Behörden, bei Erzieherinnen und Lehrkräften sowie bei Polizei und Feuerwehr widerspiegelt. Der Erfolg der ,Charta der Vielfalt‘ steht auch für den Wandel im Umgang mit Migranten: Menschen aus Zuwandererfamilien werden zunehmend als Bereicherung angesehen. Hierzu leistet das Land Baden-Württemberg mit seiner Unterschrift unter die Charta einen wertvollen Beitrag!“

Wie das Staatsministerium informiert, plane die Landesregierung weitere Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung von Unternehmen. Bereits am 3. Dezember 2012 veranstalte das Ministerium für Integration den landesweiten Kongress „Kooperative Vielfalt – Interkulturelle Öffnung für Baden-Württemberg“. Neben Ministerin Öney würden dort unter anderem auch Landtagspräsident Guido Wolf, der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Cem Özdemir und der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner sprechen.

Hier die Übersetzung der Charta in türkischer Sprache.

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