Pfefferspray-Attacke im türkischen Parlament: CHP-Abgeordnete gehen auf ihre Kollegen los

Im türkischen Parlament ist es zu einem tätlichen Zwischenfall gekommen. Zwei Politiker der Oppositionspartei CHP störten in Gasmasken die Sitzung eines parlamentarischen Gremiums und versprühten Pfefferspray. Innenminister İdris Naim Şahin, der wahrscheinlich Ziel des Angriffs war, befand sich zum Zeitpunkt der Attacke nicht im Raum.

Die Pfefferspray-Attacke durch zwei Mitglieder der Oppositionspartei CHP habe, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, unter den anwesenden Abgeordneten zu tränenden Augen und Hustenanfällen geführt. Die beiden Politiker wollten mit ihrem Angriff offenbar gegen die in ihren Augen unverhältnismäßige Anwendung des Gases während Massenkundgebungen durch die Polizei protestieren (selbst der türkische Gesundheitsminister Recep Akdağ hatte bereits Warnungen an die Beamten ausgesprochen – mehr hier).

Der Zwischenfall ereignete sich während einer Gremiumssitzung über das Budget des Innenministeriums. Mit Masken ausgestattet, betraten Müslüm Sarı und Mevlüt Aslanoğlu den Raum und zielten in Richtung der AKP-Abgeordneten. Innenminister İdris Naim Şahin, so berichtet das Blatt weiter, habe sich während des Angriffs nicht im Raum befunden. Bereits in der Vergangenheit stand der Minister wegen ihrer Meinung nach zu heftiger Polizeigewalt gegenüber Demonstranten in der Kritik der CHP.

Während ihres Angriffs führten die beiden CHP-Politiker Plakate mit sich. Darauf zu lesen: „Das offizielle Getränk der Schüler, Lehrer, Arbeiter, Rentner, Beamten: Pfefferspray“. Abgeordnete der regierenden AKP verurteilten den Angriff scharf. Alle im Saal anwesenden Personen, darunter auch Journalisten, so die Hürriyet weiter, seien ernsthaft getroffen worden. Nachdem Zitrone verteilt wurde, konnte Şahin seine Präsentation beginnen. Auf die Angreifer ging er persönlich zu und reichte ihnen die Hand.

https://www.youtube.com/watch?v=6DLphQ-fW9E

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