Science 2.0 will die Rolle von Social Media in der Bildung erforschen

DIPF und TU Darmstadt bringen ihr Fachwissen in neuen Leibniz-Forschungsverbund „Science 2.0“ ein. In dem Projekt werden Informatik, empirische Bildungsforschung und Informationswissenschaft verzahnt.

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) ist Partner des neuen Leibniz-Forschungsverbundes „Science 2.0“. Das Leibniz-Institut DIPF bringt sein in Kooperation mit dem Fachbereich Informatik der Technischen Universität (TU) Darmstadt erarbeitetes Fachwissen auf dem Gebiet der Bildungsinformatik in den Verbund ein. „Science 2.0“ befasst sich mit aktuellen Arbeitsgewohnheiten und Technologieentwicklungen im Forschungs- und Publikationsprozess der Wissenschaft. Insbesondere konzentriert sich der Verbund auf die Frage, wie Web-2.0-Anwendungen, wie Wikis, Blogs und soziale Netzwerke, die klassische Forschung verändern und unterstützen können.

Das DIPF baut derzeit mit der TU das neue Forschungsgebiet Bildungsinformatik auf. Dabei werden Informatik, empirische Bildungsforschung und Informationswissenschaft verzahnt. „Ziel ist es, das Wissen um die Grundlagen, Methoden und die Anwendung von IT-Werkzeugen in der Bildungswissenschaft zu erweitern“, erläutert Professorin Dr. Iryna Gurevych, Professorin für „Ubiquitäre Wissensverarbeitung“ am DIPF und an der TU sowie Leiterin des Arbeitsbereichs Bildungsinformatik am DIPF. Die Partner arbeiten etwa daran, Texte automatisiert zu analysieren, die Tests großer Schulleistungsstudien computergestützt zu kategorisieren, Suchverfahren im Internet intelligenter zu gestalten und virtuelle Forschungsumgebungen in zahlreichen Disziplinen einzusetzen.

Der neue Forschungsverbund „Science 2.0“ wird von diesem Fachwissen profitieren. „Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt dabei auf der Analyse und Entwicklung neuartiger Werkzeuge, Technologien und Wissenschaftsinfrastrukturen“, so Professor Dr. Marc Rittberger, Professor für Informationsmanagement und Leiter des Informationszentrums Bildung des DIPF. Er ergänzt: „Zudem konzentrieren wir uns auf die Nutzungsforschung. Wir gehen also der Frage nach, welche Formen der Kommunikation innerhalb der Forschungsgemeinschaft sowie zwischen Forschung und Öffentlichkeit durch Science 2.0 ermöglicht werden und wie die dazu notwendigen Hilfsmittel genutzt werden.“ Bei dieser Arbeit kooperiert das DIPF auch mit der interdisziplinären Forschungsgruppe „Web Research“ der TU, ebenfalls Partner des Forschungsverbundes.

Das Thema „Science 2.0“ wird in dem Forschungsverbund von 15 Instituten der Leibniz-Gemeinschaft (darunter das DIPF) sowie neun weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen (darunter die interdisziplinäre Forschungsgruppe „Web Research“ der TU Darmstadt) erschlossen. Die Federführung liegt bei der „ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft“. In Leibniz-Forschungsverbünden werden wissenschaftlich und gesellschaftlich hochaktuelle Fragestellungen interdisziplinär bearbeitet. Die Verbünde sind mit einer Perspektive von fünf bis fünfzehn Jahren angelegt und offen für die Kooperation mit Universitäten, anderen außeruniversitären Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen sowie ausländischen Forschungsgruppen.

Auch in der Türkei hat das Internet und alle damit verbundenen Möglichkeiten einen immens hohen Stellenwert und ist etwa, wenn es um die Verknüpfung von TV und Social Media angeht, bereits weiter als hier in Deutschland. Doch es gibt auch eine Schattenseite. Noch immer sind dort nahezu 60 Prozent aller Haushalte ohne Internetzugang. Ein fehlender Internetanschluss ist jedoch für viele kein Hindernis. Internetcafes gibt es in der Türkei in jeder Kleinstadt und diese sind immer gut besucht. Einen Computer haben mit 9,9 Millionen bereits 52 Prozent der Haushalte. 60,5 Prozent der Internet-User sind männlich und die Hälfte der Nutzer sind zwischen 18 und 34 Jahren.

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