Visite in Ägypten: Premier Erdoğan ermuntert zu türkisch-ägyptischen Handelsbeziehungen

Während seiner Eröffnungsrede des International Business Forum (IBF) hatte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan bereits intensivere Handelsbeziehungen mit der muslimischen Welt angekündigt. Jetzt setzt er das Gesagte in die Tat um. Während seiner jüngsten Visite in Kairo ermunterte er die Geschäftswelten beider Nationen, künftig weitere Verbindungen einzugehen. Von Seiten der Türkei wurde in den vergangenen Jahren gut vorgelegt.

Im Rahmen seines aktuellen Besuchs in Ägpyten wurde der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan von 350 Geschäftsleuten sowie neun Kabinettsmitgliedern begleitet. Unter ihnen befand sich auch Wirtschaftsminister Zafer Çağlayan. Das Ziel der Delegation: Nächste Schritte einzuleiten, um intensiere Geschäfts-und Handelsbeziehungen mit der sich gerade erholenden Nation zu entwickeln (innerhalb des Tourismussektors wurden bereits Vereinbarungen getroffen – mehr hier). Das berichtet die türkische Hürriyet.

Vor den Teilnehmern des Turkey-Egypt Business Forum in Kairo stellte Erdoğan heraus, dass gerade 20 neue Übereinkünfte getroffen worden seien. Damit erhöhe sich die Gesamtzahl auf aktuell 27. „Zwei Drittel der ägyptischen Bevölkerung ist jung und dynamisch, und ihr intellektueller Hintergrund ist gut“, betonte Erdoğan das Potential des nordafrikanischen Staates. Das sei vielversprechend. Nun müsse man mit Bedacht damit umgehen und davon auch Gebrauch machen. Türkische Geschäftsleute und Unternehmer glauben und vertrauen in Ägyptens Zukunft. Dass türkische Unternehmer auch während der Zeit des Arabischen Frühlings geblieben seien, zeuge genau davon. „Sie lieben Ägypten und sie lieben die Ägypter wie ihre Brüder. Lassen Sie uns gemeinsam in die Zukunft gehen.“ (eine Intensivierung der Beziehungen mit muslimischen Ländern stellte er schon während des International Business Forum (IBF) heraus – mehr hier).

Ägypten-Türkei: Handelsvolumen bei 45 Milliarden US-Dollar

Im Zuge der Veranstaltung stellte der Premier auch die aktuellen Entwicklungen der Türkei heraus. Bis zum April 2013 wolle man alle Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) beglichen haben. Daneben habe im Jahr 2002 das Handelsvolumen der Türkei mit nordafrikanischen und nahöstlichen Ländern bei unter fünf Milliarden US-Dollar gelegen. Dieser Wert sei mittlerweile um das Neunfache auf gut 45 Milliarden US-Dollar angestiegen. Auch für den Handel zwischen Ägypten und der Türkei malt er eine rosige Zukunft. Bis zum Jahresende, so seine Erwartung, würde das Volumen auf fünf Milliaden US-Dollar steigen. Doch das sei nur der Anfang. In drei bis vier Jahren wolle er die Zehn-Milliarden-Marke erreichen.

Neben einem schwunghaften Handel mit Gütern und Dienstleistungen will Erdoğan auch das lokale türkische Verwaltungsmodell nach Ägypten exportieren. Im Zuge dessen sollten Istanbul und Kairo, und Alexandria und Ankara zu Partnerstädten werden.

Agrar-Erzeugnisse bald Teil des Freihandelsabkommens

Unterdessen rief der ägyptische Premierminister Hisham Qandil auf der gleichen Veranstaltung türkische Geschäftsleute dazu auf, mehr in seinem Land zu investieren. Daneben zu Wort meldete sich der türkische Wirtschaftsminister Zafer Cağlayan. Er kündigte an, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse schon bald in das bestehende Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und Ägypten aufgenommen würden. Derzeit, so informierte er weiter, hätten gut 200 türkische Geschäftsleute Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar in Ägypten getätigt. Noch einmal stellte er heraus, dass diese Leute auch zur Zeit der Revolution nicht gewichen seien und danach ihre Investitionen fortgesetzt hätten.

Mehr zum Thema:

Investition in die Zukunft: Türkei konzentriert sich auf Afrika
Reisefreiheit: Türkei und Ägypten wollen Visapflicht aufheben
International Business Forum: Erdoğan will Handelsbeziehungen mit muslimischer Welt stärken

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.