Nach Terroranschlag auf Bus in Tel Aviv: Israelische Invasion in den Gaza-Streifen rückt näher

Mindestens 21 Menschen sind bei dem Anschlag auf einen Bus verletzt worden. In Gaza wurden Freudenschüsse in die Luft gefeuert. Indes bereitet sich Israel weiter auf einen Einsatz von Bodentruppen im Gaza-Streifen vor.

Um die Mittagszeit wurden bei einem Anschlag auf einen Bus in Tel Aviv mindestens 21 Menschen verletzt. „Das war ein terroristischer Anschlag“, sagte ein Sprecher des Ministerpräsidenten Netanjahu in Bezug auf die Bombe, die in einem Bus explodiert war. Medienberichten zufolge sollen im Gazastreifen Freudenschüsse in die Luft gefeuert worden sein, als lokale Rundfunksender über den Anschlag berichteten. Der Times of Israel zufolge handelte es sich jedoch nicht um einen Selbstmordanschlag. Der Attentäter soll nach derzeitigem Stand die Bombe auf den Bus geworfen haben und geflohen sein.

Die Anschläge auf Israel drohen jedoch in den kommenden Tagen zuzunehmen. Am Samstag veröffentlichte die Hamas ein Video, in dem sie drohte, Selbstmordattentate gegen die israelische Bevölkerung fortzusetzen. Zahlreiche Lastwagen aus Lybien mit explosiven Sprengköpfen und Munition, die entlang der Mittelmeerküste unterwegs waren, wurden von den ägyptischen Behörden beschlagnahmt.

Der Anschlag auf den Bus und Funde der ägyptischen Behörde machen einen Einsatz der israelischen Bodentruppen im Gaza-Streifen immer wahrscheinlicher. „Sie können den Terror nur mit Bodentruppen besiegen“, sagte der frühere Chef des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet und derzeitige Minister für Zivilverteidigung, Avi Dichter, in Ashkelon vor einer Delegation der Jewish Federations of North America. Die Soldaten und Reservisten seien an der Grenze zu Gaza und „warten darauf grünes Licht zu erhalten“, zitiert die Jerusalem Post Dichter.

Der am Dienstag mehrfach erwartete Waffenstillstand kam nicht zustande, alle Vermittlungsmissionen sind bisher gescheitert. Auch Bundesaußenminister Westerwelle ist in der Region auf verlorenem Posten (mehr zu falschen EU-Politik, jede Krise mit Geld lösen zu wollen – hier). In Anbetracht eines möglichen Waffenstillstands hatte der palästinenische Botschafter in Ankara, Nabil Maarouf, den Wunsch geäußert, ägyptische und türkische Truppen nach Gaza zu entsenden, um auf diese Weise für Ruhe zu sorgen.  „Die Anwesenheit der türkischen und ägyptischen Truppen in Gaza wäre die beste Lösung für die Zukunft Palästinas“, so der Botschafter. Beide seien wichtige und nahe Länder in der Region. Und noch entscheidender: Israel würde es seiner Ansicht nach nie wagen, Gaza in Gegenwart von türkischen und ägyptischen Truppen anzugreifen. Die Situation würde sich dadurch wesentlich entschärfen. Für Maarouf die Lösung des seit Tagen andauernden Blutbades. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass der Einsatz der beiden Staaten in Gaza definitiv unter dem Dach der UN geschehen sollte. Eine Idee, die jedoch nicht von allen begrüßt wurde.

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