Buhlen um Touristen: TUTAP arbeitet am größten Web-Portal der Türkei

Die türkische Tourismus-Organisation TUTAP plant das landesweit größte Werbeportal für die Türkei zu entwickeln. Binnen eines Jahres soll die Internetseite aufgebaut werden und Informationen über alle Veranstaltungen bieten, die mit dem Land in Zusammenhang stehen.

Regionale Angebote, die Touristen einen Überblick über das Geschehen an ihrem Urlaubsort bieten, gibt es zuhauf. Die türkische Tourismusorganisation TUTAP will jetzt das bunte Treiben auf einer Internetseite bündeln. Universitäten, Hotels, Einkaufszentren, Restaurants, Reisebüros, Paläste, Museen und antike Stätten, sie alle, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, sollen künftig an einem Ort im Netz abrufbar sein. Aufgewertet werde das Angebot von der türkischen Tourismus- und Werbe-Plattform durch entsprechendes Foto- und Videomaterial.

Zuverlässige Informationen rund um die Türkei

Wie TUTAP-Vorsitzender Fikret Yıldız erklärt, habe man 2013 zu einem Werbejahr für die Türkei ausgerufen. Das Ziel sei es, dem Staat bei der Bewerbung des Landes unter die Arme zu greifen. Wesentliches Element hierzu werde die Seite www.turkiyetanitma.com sein. Sobald diese fertig sei, werde sie das größte Werbe-Portal in der Türkei sein, die sich nicht nur auf die Aktivitäten im Inland beschränke, sondern auch auflistet, was zum Thema Türkei im Ausland stattfinde. Um genaue und zuverlässige Informationen zu erhalten, arbeite man mit Gouverneurbüros, Bezirksleitungen, Kultur- und Tourismus-Direktionen, Gemeinden und einigen Organisationen der Zivilgesellschaft zusammen. Das Ganze, so stellt er heraus, soll einen offiziellen Charakter haben. Informationen, die vom Hörensagen her stammten, hätten hier keinen Platz.

Derzeit, so Yıldız weiter, liefen die Arbeiten an der Seite auf Hochtouren. Er schätzt, dass man innerhalb des nächsten Jahres zu einem Abschluss kommen werde. „Was wir tun, ist es einfacher zu machen, an Informationen zu gelangen. Schon jetzt kann man Informationen über alles im Internet finden. Doch dort ist das Ganze nicht besonders organisiert. Wenn man etwas über einen Ort erfahren will, reicht es künftig, wenn man die TUTAP-Seite aufruft“, wirbt er für das eigene Projekt.

Religiöser Tourismus bietet größtes Potential

Das größte Tourismus-Potential liegt für Yıldız jedoch nicht in den herkömmlichen Urlaubern oder den Gesundheits-Touristen (deren Zahl liegt derzeit bei rund 200.000 jährlich – mehr hier), sondern im religiösen Tourismus. Hier sei die Werbe-Maschinerie im Ausland bisher recht unzureichend gewesen. Und das, obwohl gut vier Millionen Menschen allein aus diesem Grund Jahr für Jahr in die Türkei reisen würden. Bisher sei diese Art von Tourismus erst in sechs türkischen Regionen ausgeprägt. Die restlichen 324 lägen brach da, weil es Probleme etwa mit dem Transport und der Unterbringung gebe. Wenn das überwunden wäre, so der Fachmann, könnte die Türkei jährlich bis zu 50 Millionen dieser Gäste empfangen.

Auch das Tourismus-Potential der Hauptstadt Ankara solle wieder stärker in den Vordergrund gerückt werden. Erste Anstrengungen gebe es zum Beispiel mit den beiden Seiten  ankaraturizmi.com und ankaramiz.net. Für Istanbul und Diyarbakır solle ähnliches entstehen (in Istanbul werden bereits die Betten knapp – mehr hier).

Die Tourismus-Einnahmen sind für die Türkei von entscheidender Bedeutung. Das Land weist derzeit auf Grund seiner hohen Abhängigkeit von ausländischen Energien und Zwischengütern und seines schnellen Wachstums in den vergangenen zehn Jahren ein großes Leistungsbilanzdefizit auf. Um dieses zu senken geht die Türkei derzeit gleich mehrere Wege. Zum einen konzentriert sie sich auf die Suche neuer Öl- und Gas-Vorkommen und setzt in Sachen Investitionen vor allem auf Forschung und Entwicklung. Daneben wird natürlich auch hohes Gewicht auf den Tourismus gelegt.

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