Alzheimer-Vererbung: Nachweise der Vererbung durch die Mutter

Wissenschaftler haben einen Zusammenhang mit genetisch veränderten Mitochondrien und Alzheimer nachgewiesen. Litten Mutter und Großmutter eines Patienten ebenfalls an Alzheimer, steigt Risiko einer Erkrankung. In der Türkei ist die Krankheit derzeit auf dem Vormarsch.

Das Forscherteam um den Arzt und Molekularbiologen Jens Pahnke von der Klinik für Neurologie der Universität Magdeburg hat nun den Zusammenhang zwischen der mütterlichen Vererbungslinie und der Entstehung der Alzheimer Demenz herausgefunden. Hierzu wurden neue Mausmodelle etabliert, die die mütterliche Vererbung von Mitochondrien und deren genetische Veränderungen im Alter nachstellen.

Die Forscher konnten in einer internationalen Kooperation zwischen den USA, Kanada, Frankreich und Deutschland nachweisen, dass eine erhöhte Aktivität der Mitochondrien zu weniger Alzheimer-Ablagerungen führen. Mäuse mit hochaktiven Mitochondrien hatten bis zu 80 Prozent weniger Ablagerungen im Gehirn als Kontrolltiere mit geringer aktiven Mitochondrien.

Demenzerkrankungen stellen zunehmend eine große Herausforderung für die Gesundheits- und Pflegesysteme der westlichen Welt dar. Im Jahre 2050 werden nach Hochrechnungen zwischen 106 und 360 Millionen Patienten weltweit zu betreuen sein. Unter den Demenzerkrankungen macht mit mehr als zwei Drittel aller Erkrankten die Alzheimer Demenz aus.

Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des höheren Lebensalters, deren Ursache bis auf wenige familiäre Fälle (weniger als ein Prozent) bisher nicht geklärt ist. Das Alter ist bisher der größte Risikofaktor, wobei das Risiko zusätzlich erhöht wird, wenn die Mutter und/oder Großmutter an der Erkrankung litten.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben in der Türkei derzeit etwa 500,000 Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind. Und deren Zahl, so berichtet das türkische Blatt Zaman, steige weiter an. Demnach hätten die Daten auch aufgezeigt, dass die Türkei mittlerweile zu den Top vier derjenigen Länder gehöre, die bis zum Jahr 2050 die höchste Alzheimer-Prävalenz aufweisen würden. Bis dahin, so die Schätzungen, werde die Zahl der mit Alzheimer diagnostizierten Patienten in der Türkei auf gut zwei Millionen Menschen ansteigen (auch die Zahl der HIV-Infizierten in der Türkei steigt – mehr hier).

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