Erdoğan rügt türkische TV-Serie: „Das prächtige Jahrhundert“ hält sich nicht an die Fakten

Der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan hat sich bissig über die türkische Kult-Serie „Muhteşem Yüzyıl“ („Das prächtige Jahrhundert“) geäußert. Er beschuldigte die Macher, historische Tatsachen zu verzerren. Ein Vorwurf, mit dem das Format nicht zum ersten Mal konfrontiert wird.

Während einer Visite in der türkischen Provinz Afyon am vergangenen Sonntag wandte sich Premier Erdoğan kritisch an all jene, die derzeit die proaktive Außenpolitik der Regierung in Frage stellen. „Sie fragen: ‚Was haben wir mit den Angelegenheiten des Irak, Syrien und Gaza zu tun?‘ Wir zeigen Interesse an allem und überall, was mit unseren Vorfahren zusammenhängt. Sie kennen unsere Väter und Vorfahren durch Muhteşem Yüzyıl. Doch solch einen Suleiman kennen wir nicht.“

Aufrufe an den Radio- und Fernsehrat

30 Jahre hätte die historische Figur zu Pferd verbracht, so Erdoğan weiter. Das sollte allgemein bekannt sein. Das, was stattdessen vom Regisseur der Serie und dem ausstrahlenden Kanal gezeigt werde, fasst die türkische Zaman zusammen, sei hingegen völlig irrelevanter Inhalt.

Schon mehrmals hätte sich seine Regierung kritisch über die Serie geäußert. Nun hoffe er gar auf juristische Schritte. Immerhin würden hier die Werte der Menschen verspottet und das müsse geahndet werden. Rügen gab es in der Vergangenheit auch wegen vermeintlich zu freizügiger Darstellungen und historischer Ungenauigkeiten (Historiker liefen wegen ungenauer Kriegsszenen Sturm – mehr hier). Schon mehrmals gab es Aufrufe an den Radio- und Fernsehrat (RTÜK), die Serie zu verbieten (eine Darstellerin erhielt sogar Todesdrohungen – mehr hier).

Seit dem Start der Serie 2011 sind die Lager in der Türkei gespalten:

http://www.youtube.com/watch?v=qi8Q4PMKoao

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