Hagia Sophia: Aufwändigste und teuerste Restaurierung aller Zeiten geplant

Dem Istanbuler Hagia Sophia Museum steht offenbar die umfassendste und teuerste Restaurierung in der Geschichte der türkischen Republik bevor. Am Ende sollen alle Ornamente und alle Marmorarbeiten des weltbekannten Bauwerks in neuem Glanz erstrahlen.

In Sachen Instandhaltung ist die Hagia Sophia ein echtes Fass ohne Boden. Sobald die seit 17 Jahren andauernden Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, soll das Bauwerk seiner wohl umfangreichsten und kostspieligsten Restaurierung in der Geschichte der türkischen Republik unterzogen werden. Das berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet.

Während der Arbeiten sollen demnach einige Sektionen, die dem Museum während der osmanischen Zeit hinzugefügt wurden sowie die Strukturen, die seit der Gründung des Museums bestehen, erneuert werden. Darunter sind unter anderem der Brunnen und die Bibliothek von Mahmud I., aber auch die Ornamente und der Marmor im Museum, deren Reinigung etwa 600 Tage in Anspruch nehmen werde (das Bauwerk gibt Architekten und Statikern teils noch heute Rätsel auf – mehr hier).

Wie der stellvertretende Direktor des Hagia Sophia Museums, Hayrullah Cengiz, erklärt, sei das Museum ein historisches Gesamtkunstwerk mit 1500-jähriger Geschichte und zudem wohl eine der schönsten Bauten der Welt. „Es ist nur natürlich, dass solch ein altes Kunstwerk sehr Restaurierungsprozessen unterzogen wird.“ In einer ersten Phase werde bereits der schönste Brunnen der Türkei, der Brunnen von Mahmud I., aus dem Jahr 1740 wiederhergestellt. Die Arbeiten an dem bei einem Erdbeben im Jahre 1894 beschädigten und zuletzt 1960 instand gesetzten Objekt dauerten schon acht Monate an. Nun hoffe man, in den kommenden eineinhalb Monaten fertig zu werden. „Alle Elemente des Brunnens, einschließlich der Blei-Kuppel, der Holz-und Metallteile, Kalligraphie und Blattgold werden wiederhergestellt.“

Ganze 400 Tage sieht der stellvertretende Direktor darüber hinaus für die Restaurierung der Bibliothek vor. Bibliotheken wie diese gäbe es, vor allem in Istanbul, einige. Doch diese hier, so seine Überzeugung, sei ein absolutes Meisterwerk. „Die Bibliothek ist mit Kacheln aus İznik und Kütahya spwie Fliesen aus dem Tekfur Palast ausgestattet. Das zieht die Aufmerksamkeit vieler Wissenschaftler und Forscher an. Sobald die Restauration abgeschlossen ist, werden wir diesen Ort wieder öffnen.“ (2011 wurde das Museum von einem Korruptionsskandal erschüttert – mehr hier)

Erneuert werden soll nun auch die Westfassade der Hagia Sophia. Für diese Arbeiten veranschlagt Cengiz 550 Tage. Außerdem erhoffe man sich hiervon wichtige Daten für die Wiederherstellung der südlichen und östlichen Fassaden. Vor allem die Nord- und Westfassaden des Gebäudes hätten unter Schnee und Regen vieler Jahre sehr gelitten, sie seien demnach auch am stärksten in Mitleidenschaft gezogen.

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