Ärger für Emnanuel Emenike: Muss Spartak Moskau Spieler in türkische Haft?

Der jüngste Spiele-Manipulationsskandal in der türkischen SüperLig reicht offenbar bis ins ferne Russland. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft fordert derzeit ein bis drei Jahre Haft für den nigerianischen Stürmer Emnanuel Emenike. Er soll während seiner Zeit in der Türkei an den Machenschaften beteiligt gewesen sein.

Wie die türkische Zeitung Hürriyet aktuell berichtet, soll der Istanbuler Staatsanwalt Ufuk Ermertcan am vergangenen Montag die ein- bis dreijährige Haftstrafe für den Spartak Moskau Spieler Emnanuel Emenike gefordert haben. Der nigerianische Fußballer hatte während der SüperLig-Saison 2010/2011 unglückliche sechs Wochen lang für den Istanbuler Erfolgsclub Fenerbahçe gespielt – zumindest auf dem Papier.

Laut Anklageschrift, so schreibt das Medium weiter, hätten Offizielle von Fenerbahçe das Spiel gegen Karabükspor verabredet. Demnach soll ausgemacht worden sein, dass Karabükspor den 25-Jährigen nicht aufstellen und ihn stattdessen nach der Partie an Fenerbahçe abgeben sollte.

Nachdem der türkische Spiele-Manipulationsskandal am 3. Juli 2011 öffentlich wurde, habe auch Emenike einige Nächte in Untersuchungshaft verbracht. Kaum wieder auf freiem Fuß forderte er den umgehenden Transfer. Im Zuge der Urteilsverkündung im vergangenen Mai dann einige Offizielle von Fenerbahçe der Manipulation für schuldig befunden (der TFF erklärte die Vereine für nicht schuldig – mehr hier). Emenikes Fall wurde jedoch getrennt behandelt, da er nicht während der Anhörungen anwesend war.

War Emenike doch fit, um gegen Fener zu spielen?

Bereits im vergangenen August, als Spartak Moskau gegen Fenerbahce in der Champions League Vorrunde spielte, trug der Fußballer seine Verteidigung vor dem Gericht in Çağlayan vor. Seiner Darstellung zufolge habe er nie ein solches Angebot erhalten. Auch Geld will er zuvor von Fenerbahçe nicht erhalten haben.

Emenike, damals Torschützenkönig bei  Karabükspor, wurde angeblich auf Grund einer Verletzung nicht im Spiel gegen Fenerbahçe aufgestellt. In einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit Trabzonspor holte der Verein am Ende den Liga-Titel. Das Spiel gegen Karabükspor gewann die Mannschaft 1:0.

Laut Emenike habe es Arztberichte gegeben, die bestätigten, dass er nicht in der Lage gewesen wäre, gegen Fener anzutreten. Der medizinische Bericht von Karabük sagte jedoch etwas anderes: Demnach sei ein Spiel nach einer Injektion durchaus möglich gewesen. „Der Arzt, der mich im Krankenhaus betreute, sagte, dass es keine Möglichkeit gegeben habe, das ich hätte spielen können. Dann kontaktierte ich den Trainer der nigerianischen Fußball-Nationalmannschaft und der sagte mir, dass ein Spiel mit einer Injektion meine Karriere bedrohen könnte. “ (ein ähnlicher Manipulationsskandal in Asien führte sogar zu einem Selbstmord – mehr hier)

Emenike hatte am 25. Mai 2011 einen Vierjahresvertrag bei Fenerbahçe Istanbul unterschrieben. Dafür erhielt Karabükspor eine Ablösesumme von rund neun Millionen Euro – der bislang teuerste Verkauf der Vereinsgeschichte. Doch schon zwei Monate später wechselte Emenike, der seinen Ruf auf Grund der Ereignisse in der Türkei gefährdet sah, am 28. Juli 2011 für zehn Millionen Euro nach Russland zu Spartak Moskau. Seither gilt er als der erste Spieler, der kein einziges offizielles Spiel für Fenerbahçe bestritten hat.

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