Finger weg von der Krisenregion: Türkische Unternehmen vermeiden Geschäfte mit der Eurozone

Gut 30 Prozent der türkischen Führungskräfte sind auf Grund der anhaltenden Krise in der Eurozone eher abgeneigt, derzeit Geschäfte mit dort sitzenden Unternehmen zu tätigen. Das geht aus dem aktuellen International Business Report (IBR) von Grant Thornton, einer führenden internationalen Organisation unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften, hervor. Dass sich die Situation in nächster Zeit bessert, glauben sie nicht.

Gut 30 Prozent der türkischen Führungskräfte stehen der Eurozone derzeit kritisch gegenüber, wenn es um geschäftliche Beziehungen geht. Damit sind sie laut Grant Thornton im internationalen Vergleich allerdings nicht führend. An der Spitze dieses Rankings stehen die Philippinen. Dort sagen rund 50 Prozent der Führungskräfte, dass sie auf Grund der nach wie vor herrschenden Krise eher von Geschäften in Europa absehen.  Das berichtet Balkans.com.

Dem südostasiatischen Land nach folge demnach die Schweiz mit einer Rate von 42 Prozent. An Position drei mit 30 Prozent stehe dann die Türkei (auch gegenüber der Institution EU scheint die Stimmung zu kippen – mehr hier). Ihr folge China mit 25 Prozent. Doch auch innerhalb der Eurozone herrsche große Skepsis. Dort gaben 27 Prozent an, dass es derzeit weniger wahrscheinlich sei, dass sie Geschäfte mit ihrem Nachbarland tätigen.

Europa büßt zunehmend an Attraktivität ein

„Solange die Krise andauert, wird Europa seine Attraktivität als Geschäftspartner weiter verlieren. Aber das eigentliche Problem ist, dass sich die rasch entwickelnden Länder auf der Suche nach technologischer und anderer Unterstützung nach alternativen Orten umsehen, was es im Gegenzug dann wieder schwieriger für Europa macht, sich von der Krise zu erholen“, erläutert Aykut Halit, Präsident von Grant Thornton Türkei, das Dilemma (Gül und Erdoğan sind sich in der EU-Frage uneinig – mehr hier).

Weltweit, so heißt es im IBR, sagen vier von zehn Unternehmen, dass die Krise in Europa ihr Geschäft beeinflusse. Mehr als 56 Prozent der türkischen Befragten gaben an, dass die Krise ihr Geschäft negativ beeinflusse, also gut 16 Prozent mehr als der weltweite Durchschnitt. Dieser Anteil, so schätzt Grant Thornton, werde sich in den nächsten zwölf Monaten noch erhöhen. In einem Jahr werde dieser Wert bei 62 Prozent liegen, weltweit sogar bei 70 Prozent (die Turkstaaten streben bereits eine wirtschaftiche Kooperation an – mehr hier).

Die Daten der Organisation beruhen auf 3,050 Interviews mit börsennotierten oder privat geführten Unternehmen aus allen Industriezweigen. Durchgeführt wurde die Befragung von August bis September 2012 in 40 Ländern.

Mehr zum Thema:

Visite in Ägypten: Premier Erdoğan ermuntert zu türkisch-ägyptischen Handelsbeziehungen
Investition in die Zukunft: Türkei konzentriert sich auf Afrika
International Business Forum: Erdoğan will Handelsbeziehungen mit muslimischer Welt stärken

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.