Hamlet auf Kurdisch: Shakespeare-Stück feiert in Ankara Premiere

Shakespeare auf Türkisch - das hat es erstmals in diesem Frühjahr in London gegeben. Jetzt feierte einer der bedeutendsten Dichter aller Zeiten auch auf Kurdisch Premiere in der Türkei. Sein „Hamlet“ wurde am 26. November vom Stadttheater Diyarbakır in Ankara aufgeführt. Der türkische Kultur- und Tourismusminister zeigte sich begeistert.

„Die kulturellen und traditionellen Motive wurden sehr gut inszeniert“, lobte Minister Ertuğrul Günay. Es sei gewesen, so zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet, als habe man sich ein Stück über die Botangesellschaft in Cizre angesehen. Die Stadt Cizre liegt in der südöstlichen Provinz Sirnak. Vom 15. bis zum 19. Jahrhundert herrschte dort das kurdische Fürstentum Botan.

Aufgeführt wurde das Stück im Rahmen der Feierlichkeiten zum 400. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Türkei und den Niederlanden und markierte den Abschluss des Theaterfestivals in Ankara (im Juni war bereits Königin Beatrix zu Gast – mehr hier). Entstanden ist die Hamlet-Produktion in einer Zusammenarbeit des Rast Theaters mit der Kulturabteilung von Diyarbakır. Ziel der Adaption des Stückes sei es, der kurdischen Kultur mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und sie einem breiteren internationalen Publikum vorzustellen.

Kurdischer„Hamlet“:  Weltpremiere in Amsterdam

Wie Theater-Direktor Rüknettin Gün erläutert, habe der kurdische „Hamlet“ am 17. Oktober in Amsterdam Welt-Premiere gefeiert. Neben der in den Niederlanden lebenden kurdischen Bevölkerung, hätten auch die Einheimischen großes Interesse an der Aufführung gezeigt. Regie führte Celil Toksöz. Darüber hinaus mit dabei: Yavuz Akkuzu als Hamlet sowie Özcan Ateş, Elvan Koçer, Mesut Erenol, Mehmet Emin Yalçınkaya, Serdar Geren, İsmail Oyur, Rojda, Gülseven Medar und Ali Tekbaş.

Ins Kurdische übersetzt wurde das weltbekannte Werk, das in dieser Sprache den Titel „Hamlet – Hebun an Nebun“ („Hamlet – Sein oder nicht sein“) trägt, von Kawa Nemir. Behutsam, so heißt es, habe er versucht, den Klassiker an die kurdische Kultur anzupassen. So werde in dem Stück nicht nur viel gesungen, sondern auch für die Region typische Instrumente in der Inszenierung verwandt.

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