Patriot-Raketen: Şanlıurfa und Gaziantep die wahrscheinlichsten Standorte

Auf der Suche nach möglichen Standorten für die Stationierung US-amerikanischer, deutscher und niederländischer Patriot-Raketen entlang der türkisch-syrischen Grenze haben Vertreter der Türkei und der NATO nun offenbar eine Eingrenzung vornehmen können. So wie es aussieht, gelten derzeit Gaziantep und Şanlıurfa als die wahrscheinlichsten Regionen.

Das Team, bestehend aus  Vertretern der Türkei und der NATO, so berichtet die türkische Zeitung Zaman, habe bei ihrer Auswahl des Geländes für die Patriot-Raketen gleich mehrer Faktoren zu berücksichtigen. Bedacht werden musste unter anderem, wie weit eine potentielle Bedrohung von türkischem Territorium entfernt sei. Hintergrund ist die Auslegung der Flugabwehrgeräte auf eine Distanz zwischen 50 und 80 Kilometer. Von Bedeutung sei daneben die Topographie, da bergiges Gelände die Funktion des Radarsystems behindere, sowie ein ausreichender Abstand von Stromleitungen und Einrichtungen, die elektromagnetische Felder erzeugen und so Übertragungen zwischen den Raketen und der Kommandozentrale stören könnten.

Hatay und Diyarbakır scheiden als Standorte aus

In Anbetracht dieser Kriterien, so schreibt das Blatt weiter, gäbe es derzeit drei Provinzen, die in Frage kämen: Şanlıurfa, Hatay und Gaziantep. In die endgültige Entscheidung würden jedoch auch nicht-technische Faktoren einbezogen. Berücksichtigt würden demnach auch weitere potentielle Provokationen durch das Regime Assad, die als Antwort auf die Installierung des Luftabwehrsystems erfolgen könnten, sowie der kurdische Faktor in den südlichen Provinzen der Türkei (mehr als die Hälfte der Deutschen ist gegen einen Einsatz der Bundeswehr – mehr hier).

Beziehe man das mit ein, scheide der Standort Hatay, wegen der dort vorherrschenden Glaubensrichtung ebenso aus wie Diyarbakır, wo die überwiegende Bevölkerung aus Kurden besteht. Zu groß erscheint Sicherheitskreisen hier auch das Spionagerisiko von Seiten des syrischen Regimes. Gaziantep und Sanliurfa hingegen gelten als geradezu ideal.

Zu welchem Schluss das Team komme, werde wohl in den nächsten Tagen bekannt gegeben (zudem ließ NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in einem Interview mit NTV verlauten, dass er von Seiten der Verbündeten mit einem positiven Bescheid rechne – mehr hier). Das Eintreffen der Patriots in der Türkei wird in der Zeit von Mitte bis Ende Dezember erwartet. Die formelle Anfrage muss nicht nur durch die NATO-Verbündeten gebilligt werden, auch die Parlamente der entsprechenden Mitgliedsländer müssen sich damit befassen. Zudem werde die Verschiffung der Raketen einige Zeit in Anspruch nehmen.

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