Türkische TV-Serien im Ausland: Formate mittlerweile teurer als US-Produktionen

Der Export von türkischen TV-Serien in den Nahen Osten und nach Osteuropa reißt nicht ab. Allein in diesem Jahr haben die Formate mehr als 100 Millionen US-Dollar eingebracht. Einige türkische Soaps werden mittlerweile teurer verkauft als bekannte US-Fernsehserien. Jetzt soll der Westen erobert werden.

Nicht nur in der Türkei, auch in der umliegenden Region fiebern die Fernsehzuschauer dem mit, was sich türkische Drehbuchautoren erdacht haben. Der Export von TV-Serien ins Ausland hat sich mittlerweile zu einem echten und vor allem rasant wachsenden Wirtschaftssektor entwickelt. Laut Hayati Yazıcı, Minister für Zoll und Handel, hätten sich die audio-visuellen Exporte der Türkei in diesem Jahr um 25.98 Prozent gesteigert. Zum Vergleich: Im globalen Durchschnitt lag das Wachstum hier nur bei 4,54 Prozent. Auf dem gesamten Balkan, im Nahen Osten und auch in Zentralasien gehört die Primetime den türkischen TV-Serien (sie gelten als neue diplomatische Kraft der Türkei – mehr hier).

Seit fünf Jahren, so berichtet die Zeitung Sabah, exportiere die türkische Entertainment-Branche. Und bis vor zwei Jahren habe man hier die so genannte Niedrig-Preis-Politik gefahren. Das hat sich nun allerdings geändert. Heute würden die beliebtesten Produktionen des Landes teurer verkauft als etwa populäre US-Serien wie zum Beispiel „Mad Men“ (umgekehrt werden US-Formate ins Türkische adaptiert – mehr hier).

Türkische Formate sollen jetzt den westlichen Markt erobern

İzzet Pinto, CEO von Global Agency, ist derzeit einer der prominentesten Unternehmer, der türkische TV-Serien ins Ausland verkauft. Seiner Ansicht nach liege der jetzige Erfolg in Formaten wie „Bir İstanbul Masalı“, „1001 Gece“ und „Gümüş“ begründet. „Heute werden 100 TV-Stationen in 60 Länder der Welt exportiert. Dieser Sektor bringt 100 Millionen Dollar an Fremdwährung ein.“

Im Nahen Osten und in den Balkan-Staaten stehen türkische Serien bereits an der Spitze der Beliebtheitsskala. Jetzt will die Türkei mit ihren Produkten auch den westeuropäischen Markt erobern. Laut İzzet Pinto starte man nun in Frankreich. Verlaufe das erfolgreich, seien als nächstes Italien und Spanien an der Reihe. Und auch weiter nördlich soll der Versuch gewagt werden. Zum ersten Mal wird eine türkische TV-Show demnächst im schwedischen staatlichen Fernsehen zu sehen sein. So plant die schwedische Version von TRT, Sveriges Television (STV), die beliebte Serie „Son“ mit Yiğit Özşener, Nehir Erdoğan und Berrak Tüzünataç auszustrahlen.

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