Yandex will Google ausstechen: Speziellen Browser für Türkei entwickelt

Die russische Suchmaschine Yandex versucht sich über Lokalisierungen von seinem US-Äquivalent Google abzuheben. Die Firma hat nun einen Browser speziell für die Türkei entwickelt. Die achtgrößte Suchmaschine der Welt ist bereits seit 2011 auf dem türkischen Markt aktiv.

Eine türkische Version ist mittlerweile zu einem Faktor im Wettbewerb zwischen den internationalen Suchmaschinen geworden. Die russische Suchmaschine Yandex, die in der Türkei seit gut einem Jahr nicht nur mit Google, sondern mit einer Reihe weiterer Anbieter konkurriert, hat jetzt einen Browser, der auf türkische Internetuser ausgerichtet ist, entwickelt. Das berichtet die Zeitung Sabah.

Wie Mehmet Ali Yalçındağ, Yandex-Vorstandsvorsitzender Türkei, anlässlich der Einführung erläutert, sei der Browser „speziell für türkische Internet-Benutzer konzipiert“. Laut Produktmanager Erhan Erdoğan seien die User in der Regel zwar an schnelle Internetverbindungen gewöhnt. Doch nach wie vor gebe es Situationen, in den das eben nicht so sei. Aus diesem Grund habe man die Inhalte auf 75 Prozent komprimiert. Das ermögliche erhebliche Einsparungen, vor allem, wenn es um Tarif-basierte Internet-Dienste gehe. Der neue Browser beinhalte zudem einen jederzeit an- und ausschaltbaren Turbo-Modus, der automatisch in Kraft trete, wenn die Verbindungsgeschwindigkeit langsamer als 128 Kbps werde oder aber 512 Kbps überschreite.

Eine erste türkische Variante seines Angebots stellte Yandex bereits am 20. September 2011 vor – die erste fremdsprachige Version von Yandex. Damals wurde auch eine Niederlassung in Istanbul eröffnet. Es war der erste Schritt des Unternehmens außerhalb der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion. Bisher agierte man nur in Russland, Kasachstan, der Ukraine und Weißrussland. „Die Suchmaschine unter yandex.com.tr berücksichtigt die Struktur der türkischen Sprache, bietet eine automatische Korrekturfunktion und kann in Abhängigkeit vom Kontext zwischen Synonymen unterscheiden. Zum Angebot gehört neben der Websuche auch eine Nachrichtenseite, Bildersuche und eine Videoplattform“, informierte damals zdnet.de. Die Türkei, so stellte Yandex-CEO Arkadi Wolosch heraus, sei übrigens die erste Wahl auf der Suche nach einem einem„reifen Internetmarkt, wachsender Zahl an Webnutzern und vielfältigen Inhalten in der lokalen Sprache“ gewesen.

Wie bereits Mitte November bekannt wurde, will Yandex offenbar auch in Deutschland Fuß fassen. Der Mitgründer und Technikchef der Suchmaschine, Ilya Segalovich, erläuterte dem Nachrichtenmagazin „Focus“: „Wir sprechen mit deutschen Netzbetreibern und Medienunternehmen über Partnerschaften. Jeder Markt, in dem mehr als 90 Prozent der Suche in der Hand eines Unternehmens liegt, ist interessant für uns.“

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