Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Menschen mit Pass dürfen ein Jahr bleiben

Syrische Bürger, die Zuflucht in der Türkei suchen und einen gültigen Reisepass besitzen, erhalten eine Aufenthaltserlaubnis für ein Jahr. Das bestätigte nun der türkische Innenminister İdris Naim Şahin. Gleichzeitig wies er jedoch darauf hin, dass eine solche Genehmigung nicht für Grenzstädte gelte.

Das Ministerium, so zitiert die türkische Hürriyet Innenminister İdris Naim Şahin, habe für Syrer, die in die Türkei flüchten, eine spezielle Handhabung entwickelt. Darunter, so erläutert er weiter, fielen auch die Bereiche Gesundheit und Bildung.

„Die Sache, die nun Gegenstand von Zeitungsberichten war, war eine zuvor angeordnete Besonderheit. Diejenigen syrischen Bürger, die aus Syrien kommen und Pässe vorweisen können, wird eine Aufenthaltsgenehmigungen ausgegeben, außer in unseren Grenzstädten“, erläutert Şahin. Dies sei in jedem Fall eine Praxis, die im Rahmen des türkischen und des Völkerrecht durchgeführt werde.

Syrische Flüchtlinge: Tatsächliche Zahl kennt niemand

Mittlerweile ist die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei auf mehr als 120.000 Menschen angewachsen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass die inoffizielle Zahl weitaus höher liegt. Denn erfasst werden nur die, die sich in den Flüchtlingscamps aufhalten. Diejenigen, die privat untergekommen sind oder schlicht nicht registriert wurden, bleiben unentdeckt.

In den vergangenen Monaten hat der Flüchtlingsstrom das Land bereits einige Male an seine Grenze getrieben. In Grenzstädten wurde von Versorgungsengpässen in Krankenhäusern berichtet. Auch in den Flüchtlingslagern kam es bereits zu Unruhen. Unterdessen wird versucht, das Leben für die Flüchtlinge in einem fremden Land weitergehen zu lassen. So werden die Kinder unterrichtet (die Lehrkräfte versuchen gegen die Traumata der Kleinen anzukämpfen – mehr hier), Studenten können ihre Ausbildung an türkischen Universitäten fortsetzen (die YÖK traf diese Entscheidung Ende September – mehr hier).

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