UN warnt: Türkei gilt als Hoch-Risiko-Gebiet für Aids

Im Zuge des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hat die UN eine Warnung in Richtung Türkei ausgesprochen. Wegen seiner Nähe zu Osteuropa und Zentralasien gilt das Land als äußerst gefährdet. Der Grund: In diesen Ländern ist jüngst ein radikaler Anstieg der HIV-Infektionsraten zu verzeichnen. Ein Problem hat aber nicht nur die Türkei. Auch in Griechenland sind die Werte alarmierend.

Anlässlich eines Treffens am 30. November, das vom türkischen Gesundheitsministerium organisiert wurde, informierte UN-Vertreterin Ela Aktürkoğlu, dass die Zahl der infizierten Personen in Osteuropa und Zentralasien zwischen 2005 und 2011 um ganze 21 Prozent gestiegen sei. Mittlerweile habe die Zahl der HIV-Infizierten weltweit 34 Millionen erreicht, davon 30.7 Millionen Erwachsene. Allein im vergangenen Jahr, so Aktürkoğlu, starben 1.7 Millionen Menschen auf Grund von Krankheiten, die durch as HIV-Virus ausgelöst wurden. Das berichtet die türkische Hürriyet.

Beratungsnetzwerk soll ausgebaut werden

Diese besorgniserregende Entwicklung in der unmittelbaren Nachbarschaft blieb auch in der Türkei nicht verborgen. Wie Mehmet Ali Torunoğlu vom türkischen Gesundheitsministerium erläuterte, gäbe es derzeit kurz, lang-und mittelfristige Lösungsansätze, um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern. So soll etwa sobald wie möglich das Netzwerk der ehrenamtlichen Beratungszentren als auch der Testzentren ausgeweitet werden. Nach Angaben von Torunoğlu seien vor allem Drogenabhängige gefährdert, die sich ihren Stoff durch intravaskuläre Injektionen zuführten. Zur Hoch-Risiko-Gruppe zählten aber auch Homosexuelle, Prostituierte, Häftlinge, Gefangene und Flüchtlinge. Der Grund: Diese Gruppen seien besonders schwer zu erreichen.

Am 1. Dezember wird weltweit der so genannte Welt-Aids-Tag gefeiert. Erstmals wurde er im Jahr 1988 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufen. Ab 1996 übernahm die UNAIDS die Organisation. Weltweit wird an diesem Tag an die Krankheit und ihre Gefahren erinnert, die bereits Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Türkei: HIV-Infektionsraten steigen seit vier Jahren

Wie ernst die Lage gerade für die Türkei ist, wurde bereits anlässlich des Weltgesundheitstages im Frühjahr deutlich. Schon im April kommunizierten die Medien, dass die Türkei derzeit einen stetigen Anstieg der HIV-Infektionsraten erlebe – und das bereits seit vier Jahren. Die Zahl der Personen, die mit dem HIV-Virus infiziert sind, hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Jahr 2011 nahezu 5,500 erreicht. Die meisten Infektionen finden sich in der westlichen Marmara-Region. In der Provinz Istanbul gibt es die meisten gemeldeten Fälle von HIV-Infektionen (16 Prozent der Infizierten sind Ausländer. Die meisten von ihnen stammen aus der Ukraine, Moldawien und Rumänien – mehr hier)

Doch auch andernorts spitzt sich die Lage zu. So hat laut Hürriyet Athen gerade einen alarmierenden Anstieg an Infektionen vor allem unter Drogenabhängigen zu verzeichnen. Hintergrund sei hier laut den UN-Beamten die andauernde Finanzkrise, die das Gesundheitswesen lahmgelegt und die medikamentöse Behandlung zusammengestrichen habe. Gab es in den Jahren 2008 bis 2010 etwa zehn bis 14 neue HIV-Infektionen unter Drogenkonsumenten pro Jahr, schoss dieser Wert für 2011 auf satte 206 neue Fälle. Bis Oktober dieses Jahres sind schon 487 Neu-Infektionen bekannt. „Es besteht kein Zweifel, wir haben es mit einer großen und schnell wachsenden Epidemie in Athen zu tun“, warnt Angelos Hatzakis, Professor für Epidemiologie und Präventivmedizin an der Universität von Athen (auch die Malaria kehrt derzeit zurück – mehr hier).

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