Unter den Augen der USA: Türkisch-iranischer Goldhandel geht weiter

Während die USA weitere Sanktionen gegen den Iran vorantreibt, die unter anderem auch das Ende „des Spiels der Türkei Gold gegen Gas“ bedeuten sollen, laufen die türkisch-iranischen Geschäfte offenbar munter weiter. Wie Daten aus dem Oktober belegen, flossen erneut Exporte im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar in die Islamische Republik.

Während ihrer laufenden Gespräche mit der Türkei hat die USA hat ihre Haltung, Ankaras „Gold für Gas-Spiel“ mit Teheran zu beschneiden, erneut bekräftigt. Doch offizielle Zahlen, so berichtet derzeit die türkische Hürriyet, würden zeigen, dass die türkischen Goldverkäufe an den Iran trotz allem weiterlaufen würden. Darüber hinaus sei ein neuer vermeintlicher Spieler im Goldhandel aufgetaucht: Die Schweiz.

Keine bestätigten Verbindungen zwischen Schweiz und Iran

Allerdings, so fährt das Blatt fort, würde das Gold erneut nicht direkt in die iranischen Taschen fließen, sondern bereits den dritten Monat in Folge den Umweg über die Vereinigten Arabischen Emirate nehmen (erstmals war das im August aufgefallen – mehr hier). Die Türkei habe demnach im Oktober Gold im Wert von 1,5 Milliarden Dollar verkauft, andere Quellen sprechen von 1,2 Milliarden. Nahezu die gesamte Summe floss in die Emirate. Der Rest soll hauptsächlich über die Schweiz geflossen sein. Bisher gebe es jedoch keine bestätigten Verbindungen zwischen dem europäischen Staat und dem Iran. Angeblich sollen von dort Gold-Exporte im Wert von drei Milliarden Dollar in den Golfstaat gewandert sein.

Viele Branchenfachleute und solche, die mit dem Thema vertraut wären hätten, so schreibt die Zeitung weiter, mittlerweile erklärt, dass das türkische Gold über die Vereinigten Arabischen Emirate in den Iran wandere (insgesamt will die Türkei ihre Handelsbeziehungen zur muslimischen Welt stärken – mehr hier). Insgesamt habe die Türkei in den ersten zehn Monaten des Jahres 2012 Gold-Exporte in Höhe von 14.34 Miliarden Dollar getätigt. Der Import sei hingegen deutlich geringer ausgefallen. Im Oktober etwa seien es nur 366 Millionen Dollar gewesen (das Edelmetall lässt das türkische Leistungsbilanzdefizit schrumpfen – mehr hier).

US-Senat billigt neue Sanktionen gegen Iran

Derweil sucht der US-Senat nach immer neuen Wegen, die iranische Wirtschaft unter Druck zu setzen und so die Regierung in Teheran im Streit über das iranische Atomprogramm zum Einlenken zu bewegen. „Unsere Botschaft ist klar: Das Fenster schließt sich“, zitiert die Hürriyet US-Senator Robert Menendez, der gemeinsam mit Mark Kirk und John Lieberman das neue Sanktionspaket vorbereitet hat. „Dieses“, so berichtet derzeit TRT, „wurde nun von allen 94 Senatsmitgliedern einstimmig angenommen. Für eine Verabschiedung durch den US-Kongress und Unterzeichnung durch US-Präsident Barack Obama muss das Paket noch vom US-Repräsentantenhaus angenommen werden.“

Gemäß dem Sanktionspaket dürften Unternehmen fortan keine Geschäftsverbindungen mit iranischen Energieunternehmen, Seehäfen, der Handelsflotte oder Schiffbau-Werften mehr aufnehmen. Personen, die dem Iran Produkte wie Graphit, Aluminium, Stahl für den Schiffsbausektor und Nuklearanlagen verkauften oder lieferten, sollten bestraft werden. Das Paket, so heißt es weiter, sehe auch Maßnahmen gegen den Verkauf und Transfer von wertvollen Bodenschätzen an den Iran vor.

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