Landung verweigert: Türkischer Energieminister in Arbil unerwünscht

Eine Maschine mit dem türkischen Energieminister Taner Yıldız an Bord konnte nicht wie geplant in Arbil landen, sondern musste stattdessen nach Kayseri ausweichen. Die irakische Regierung hatte die Erlaubnis für ihn im kurdisch kontrollierten Nordirak zu landen abgesagt.

Die Nachricht von der unerwarteten Planänderung erreichte den türkischen Energieminister Taner Yıldız allerdings noch am Boden, wo sich das Flugzeug am Istanbuler Atatürk Flughafen bereits kurz vor dem Start befand. Das berichtet die türkische Tageszeitung Hürriyet.

Yıldız entschied darauf hin, zunächst nach Bagdad zu fliegen und erst dann nach Arbil weiter zu reisen. Eine Verzögerung in der Antwort führte jedoch am Ende dazu, dass Yıldız weder in Arbil noch in Bagdad landen konnte. Letztlich flog die Crew in die zentralanatolische Stadt Kayseri. Bagdad, so berichtet die Nachrichtenagentur Anatolia unterdessen, habe die Annahme auf Grund „technischer Probleme“ verweigert (mit eingefrorenen Lizenzen hat die irakische Regierung vor kurzem Druck ausüben wollen – mehr hier).

Beobachter befürchten, dass dieser Schritt der irakischen Regierung die bereits erhöhten Spannungen zwischen dem Irak und der Türkei weiter vorantreiben könnte (Öl-Deals mit der kurdischen Regierung sorgten für Unmut – mehr hier). Bagdad hat die Türkei bereits gewarnt, dass ihre eigenmächtigen Deals in der Region die Handelsbeziehungen zwischen dem Irak und der Türkei nachhaltig beschädigen könnten.

Erst im vergangenen August hatte sich die irakische Regierung geweigert dem Chef der nationalistischen türkischen Partei MHP, Devlet Bahçeli, ein Visum auszustellen. Der Politiker hatte eigentlich eine Reise in die nordirakische Stadt Kirkuk geplant, um dort mit hiesigen Turkmenen seine Ferien zum Ramadanfest zu verbringen. Kurz zuvor erlitten die Beziehungen zwischen Ankara und Bagdad einen herben Schlag, nachdem der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu am 1. August dieses Jahres den Stammesführer und Präsident der Autonomen Region Kurdistan (ARK) Masud Barzani besuchte ohne, dass man die Zentralregierung darüber benachrichtigt hatte.

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