Keine „Quoten-Migrantin“: Emine Demirbüken-Wegner ins CDU-Präsidium gewählt

Als erste Frau mit Migrationshintergrund ist die Berliner Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner vom Bundesvorstand auf dem Parteitag in Hannover ins einflussreiche CDU-Präsidium aufgerückt. Neben ihr schafften es am vergangenen Dienstag drei weitere Politiker mit ausländischen Wurzeln in Spitzengremien.

Die 1961 in Kilis in der Türkei geborene Emine Demirbüken-Wegner lebt bereits seit 1969 in Berlin, ist heute verheiratet und hat zwei Kinder. Die studierte Germanistin trat 1995 in die CDU ein. Ihre ersten politischen Schritte erfolgten hier im Ausschuss für Ausländer- und Frauenfragen. Sieben Jahre später schaffte sie es bereits in den Landesvortstand. 2004 zog sie schließlich als erste gebürtige Türkin in den Bundesvorstand ein. Erst seit Dezember 2011 ist Demirbüken-Wegner Staatsekretärin bei der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales. Am vergangenen Dienstag rückte sie nun ins CDU-Präsidium, den engsten Führungszirkel um Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf. Sie erreichte bei den rund 1000 Delegierten eine Zustimmung von 62,56 Prozent (Norwegen bekam im September seine erste muslimische Ministerin – mehr hier).

Emine Demirbüken-Wegner lässt sich nicht in Nische drängen

„Knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl verspricht sich die CDU davon offenbar das Signal, für eine offene, moderne Großstadtpartei zu stehen“, kommentiert das türkische Nachrichtenportal TRT die jüngste Entscheidung. Gerade in diesem Milieu habe die Partei erheblichen Nachholbedarf, wie ihr eine Studie kürzlich beschieden hätte. Das Etikett einer „Quoten-Migrantin“, so heißt es weiter, weise Demirbüken-Wegner, die sich auch im Türkischen Bund und in der Türkischen Gemeinde engagiert, aber vehement von sich.

„Das prallt in meinem Alter an mir ab“, zitiert TRT die 51-Jährige, die einst als Sozialarbeiterin, Deutschlehrerin und Journalistin ihr Geld verdiente. „Ich verstehe mich als Deutsche mit türkischem Hintergrund und muslimischem Glauben und lasse mich nicht in Nischen hineindrängen.“ Zudem befinde sie sich nicht immer auf der offiziellen Parteilinie, etwa, wenn es um den EU-Beitritt der Türkei gehe, den sie befürworte, wenn ihr Geburtsland die entsprechenden Voraussetzungen erfülle.

Insgesamt wurden vier Politiker mit ausländischen Wurzeln in die CDU-Spitzengremien gewählt. So wurden auch Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (sie zeichnete kürzlich Innovationen und Projekte im Gesundheitsbereich mit dem Gesundheitspreis Niedersachsens aus – mehr hier), die nordrhein-westfälische Abgeordnete Serap Güler und der ehemaligen Schüler-Unionschef Younes Ouaqasse Mitglieder im Bundesvorstand.

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