Transparency International Report 2012: Fünf EU Staaten liegen hinter der Türkei

Gleich fünf EU-Mitgliedsstaaten liegen im jüngst veröffenlichten Transparency International Report 2012 hinter der Türkei. Innerhalb des 27 Mitglieder starken Verbunds ist Griechenland die korrupteste Nation. Insgesamt könnten sich die krisengeschüttelten Länder vor allem deshalb nicht erholen, weil sie nicht in der Lage wären, mit dem Thema Bestechung nicht richtig umzugehen.

Die Türkei, so berichtet derzeit die türkische Hürriyet, konnte sich um sieben Plätze verbessern und liege im aktuellen Transparency International Report 2012 insgesamt auf Rang 54. Angeführt werde das Feld von Dänemark mit der besten Bilanz. Die  EU-Mitgliedsstaaten Slowakei, Rumänien, Italien, Bulgarien und Griechenland liegen im Ranking jedoch hinter der Türkei. Weit abgeschlagen landen die Handelspartner der Türkei außerhalb der EU. Der Irak liegt auf Position 169, Nachbarland Syrien auf 144 und Russland schafft es gerade einmal auf Rang 133.

In seinem jährlich vorgestellten Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) stuft das in Berlin ansäßige Watchdog Griechenland auf Position 94 von insgesamt 176 Staaten ein. Demanch habe die wahrgenommene Korruption dort trotz Bemühungen diese einzudämpfen eher zugenommen. In der Auswertung 2011 kam das krisengebeutelte Land immerhin noch auf Rang 80. Doch nicht nur die Situation Griechenlands habe sich verschlechtert (die Mehrheit der Deutschen will derzeit einen Austritt Griechenlands – mehr hier). Auch Italien fällt von Rang 69 auf 72 ab.

Krisenländer blieben hinter den Erwartungen zurück

Wie die Vorsitzende von Transparency International (TI) in Deutschland, Prof. Dr. Edda Müller, im Rahmen einer Pressekonferenz erklärte, hänge der Kampf gegen die Korruption unmittelbar mit der wirtschaftlichen Gesundheit eines Landes zusammen. Deshalb sei der Kampf gegen Korruption nicht nur ein moralischer, sondern habe direkten Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Stärke eines Landes. Gerade die Länder, die von der Finanzkrise am härtesten getroffen seien, wären jedoch trotz Reformen in den vergangenen Monaten hinter den Erwartungen zurückgeblieben (gerade in Griechenland wird hier in jüngster Zeit besonders hingesehen – mehr hier).

Mittlerweile gäbe es ein stärkeres weltweites Augenmerk auf die Kosten, die Korruption verursachen würden. Dazu gehörten auch die großen Schwellenländer wie China und Brasilien. Gleichzeitig wachse die Ablehnung Korruption als eine unvermeidliche Tatsache des Lebens zu akzeptieren.

Im vergangenen Jahr wurden unter dem seit 1995 erhobenen Index insgesamt 183 Länder untersucht. Schlusslichter waren zu jener Zeit Somalia und Nordkorea. Ihnen folgten Myanmar, Afghanistan, Turkmenistan, Usbekistan, Sudan und derIrak. Auf dem ersten Platz landete damals Neuseeland, gefolgt von Dänemark und Finnland. Die Schweiz teilte sich mit Australien Platz 8. Deutschland und Japan kamen auf Rang 14 (dieses Jahr auf Rang 13) und Österreich belegte den 16. Platz.

In diesem Jahr, so informiert TI-Deutschland, wurde die Methodologie für den Korruptionswahrnehmungsindex 2012 aktualisiert. Um diese Veränderung sichtbar zu machen, wird der Korruptionswahrnehmungsindex auf einer Skala von 0 (sehr korrupt) bis 100 (sehr integer) Punkte dargestellt.

Hier geht es zum Ranking 2012.

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