Kalte Dusche für Formel 1-Fans: Türkische Regierung will Grand Prix nicht mitfinanzieren

Nach einem Jahr Pause zurück in den Rennkalender: Die Hoffnungen vieler Formel 1-Fans waren in den vergangenen Tagen neu entfacht. Da gab es plötzlich eine Lücke im Terminplan und einen Geschäftsführer, der selbst mit fünf Millionen Dollar einspringen wollte, wenn die türkische Regierung sich beteiligen sollte. Doch diesen Szenarien wurden nun durch Sportminister Suat Kılıç eine klare Absage erteilt.

Der türkische Sportminister Suat Kılıç hat allen Hoffnungen, dass die Türkei staatliche Mittel bereitstellen würde, um die Rückkehr des türkischen Grand Prix in den Formel Eins Kalender in der nächsten Saison zu sichern, eine klare Absage erteilt. Das berichtet die türkische Zeitung Zaman.

Formel 1: Beteiligung der Regierung steht außer Frage

Die türkischen Grand Prix Organisatoren hatten zuvor angekündigt, dass eine mögliche Austragung des Rennens im Sommer 2013 (das für New Jersey angesetzte Rennen kann frühestens 2014 stattfinden – mehr hier) einzig eine Frage des Geldes sei und davon abhänge, ob die Regierung hierfür finanzielle Mittel zur Verfügung stellen würde. Laut Streckenbetreiber solle diese 13,5 Millionen US-Dollar bereitstellen. Eine Aussage, die offenbar völlig aus der Luft gegriffen war. Denn wie Suat Kılıç nun der türkischen Presse erklärte, sei das Rennen eine reine Angelegenheit der Privatwirtschaft. Wenn diese das möchte, so Kılıç, könne sie die Formel 1 wieder in die Türkei holen. Es stehe allerdings außer Frage, dass sich die Regierung daran beteilige.

Wie Kılıç angibt, habe die Türkei beim ersten Mal bereits 13.5 Millionen Euro pro Jahr für die Rechte an die Organisatoren bezahlt – und das über fünf Jahre. Doch alle Erträge seien dann an diese geflossen. Der Staat habe überhaupt nicht davon profitiert.

TOSFED hält Garantien des Staates für notwendig

Ganz anders sieht das jedoch der türkische Motorsportverband TOSFED. So habe es am Rande des Kongresses des Automobil-Weltverbandes FIA in Istanbul bereits Gespräche zwischen Streckenbetreiber Vural Ak und Formel-1-Boss Bernie Ecclestone über eine Rückkehr der Formel 1 in die Bosporus-Metropole gegeben. Beide hätten sich grundsätzlich geeinigt (seinen Goodwill erklärte Ecclestone bereits im Sommer – mehr hier). Der Verband machte aber auch deutlich, dass nun alles von einem Rückhalt durch die türkische Regierung und einer Zusage des Ministerpräsidenten abhänge. TOSFED-Chef Demire Berberoğlu erklärte hierzu, dass jeder wisse, dass für die kommenden Jahre die Zustimmung und eine Garantie über das benötigte Budget seitens der Regierung notwendig sei. Man selbst tue alles, damit in Zukunft wieder Formel 1-Rennen in Istanbul ausgetragen würden.

Die Istanbuler Strecke wird von den Teams und den Fahrer auf Grund ihrer Beschaffenheit sehr geschätzt. Doch das Publikum, das nur spärlich zu den Rennen strömte, sah das in den letzten Jahren offenbar anders.

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