Wegen Justizbeleidigung: Türkei will zweiten Prozess gegen Starpianist Fazil Say

Die Türkei unternimmt erneut den Versuch, Kritiker wie Fazil Say mundtot zu machen. Wegen eines TV-Auftritts, in dem er gegen die Justiz wetterte, drohen ihm nun weitere fünf Jahre Haft.

Erneut ermitteln türkische Behörden gegen den türkischen Starpianisten Fazil Say. Mit allen Mitteln versucht die türkische Justiz offenbar, Kritik zu unterbinden. Say hatte in einem TV-Auftritt vom „Irrsinn“ seines Gerichtsverfahrens gesprochen und die Verantwortlichen „hergelaufenes Pack“ genannt. In einem Prozess würden ihm weitere fünf Jahre Haft drohen. Mit dem laufenden Verfahren drohen ihm damit insgesamt 6,5 Jahre.

Im Februrar wird der gegen ihn wegen Blasphemie geführte Prozess weitergeführt (ein Twitter-Witz, der religiöse Gefühle verletzt haben soll, war der Grund dafür – mehr hier). Say ist ein harter Kritiker der türkischen Regierung. Auf seiner Facebook-Seite gab er nun bekannt, dass er in Erwägung ziehe, die Türkei mit oder ohne seine Tochter zu verlassen. „Ein Pianist kann nicht in Gefängnis“, so Say. „Sie können nicht menschlich sein. Unterschiedlichkeiten versuchen sie mit Gefängnis zu bestrafen“, meint Say.

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