London: Studium erhöht Chance auf Arbeitslosigkeit

Ein Studium ist in Großbritannien keine Garantie für einen Job, im Gegenteil: Universitätsabgänger werden schneller arbeitslos als Menschen mit einer praktischen Berufsausbildung.

Ein Universitäts-Abschluss ist schon seit einigen Jahren kein Garant mehr für ein hohes Einkommen. In Großbritannien hat sich die Lage sogar umgekehrt. Schulabgänger ohne Hochschulabschluss sind weniger häufig von Arbeitslosigkeit betroffen, erklärte Sir Michael Barber, Bildungsberater bei Pearson.

Während 20 Prozent der 21-jährigen Schulabgänger ohne Hochschulabschluss arbeitslos sind, liegt diese Rate bei den gleichaltrigen Hochschulabsolventen bei 25 Prozent. Dies verdeutliche, dass der Wert eines Uni-Abschlusses in der Geschäftswelt abnehme, so Barber in einer Rede auf der Online Educa in Berlin. Der Wertverlust der universitären Ausbildung werde früher oder später zu einer Revolution des traditionellen Universitätsmodelles führen, meint er.

Auch bei den jungen Türkinnen und Türken ist ein Studium in Großbritannien besonders beliebt. Dort absolviere derzeit rund 30.000 von ihnen ein Universitätsstudium. Jüngsten Schätzungen zufolge fließen jährlich etwa vier Milliarden Dollar für ein Studium im Ausland. Für die türkische Wirtschaft bleibt unterdessen zu hoffen, dass diese gut ausgebildeten jungen Leute nach ihrem Studium den Weg zurück in die Heimat finden. Zwar herrscht mit acht Prozent derzeit die niedrigste Arbeitslosenquote seit mehr als zehn Jahren, gleichzeitig gibt es aber auch einen massiven Mangel an qualifizierten Arbeitskräften – gut 100.000 sollen derzeit fehlen.

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