NATO-Beistand: 6 Patriot-Systeme und 600 Soldaten in der Türkei erwartet

Nach einem Ja der NATO und des deutschen Bundeskabinetts scheint unterdessen auch klar, wie viele Luftabwehrgeräte samt Bedienungspersonal in Kürze in die Türkei entsendet werden sollen. Konkret ist derzeit von 600 Soldaten und sechs Patriot-Systemen die Rede, die die türkische Luftverteidigung an der syrisch-türkischen Grenze unterstützen sollen. Der Bundestag will am kommenden Freitag über den Einsatz entscheiden.

In der türkischen Presse sind erstmals konkrete Zahlen zum bevorstehenden NATO-Einsatz in der Türkei aufgetaucht. Wurde bisher nur spekuliert und von einer möglichen Entsendung von allein bis zu 400 Bundeswehrsoldaten gesprochen, berichtet die türkische Zaman nun von sechs-Patriot-Raketen und dazugehörigen 600 Soldaten, die entlang der Grenze zum syrischen Nachbarn stationiert werden sollen.

Das militärische Gerät, so heißt es weiter, solle auf dem Seeweg in die Türkei gelangen und dort binnen vier oder fünf Wochen eintreffen. Welchen türkischen Militärbasen sie nun konkret zugewiesen werden, sei unterdessen noch nicht bekannt. Erst vor kurzem war ein NATO-Team in der Türkei unterwegs, um mögliche Standorte auszumachen. Der entsprechende Bericht läge Ankara als auch dem NATO-Oberbefehlshaber (SACEUR) vor. Es werde spekuliert, dass Systeme auf den türkischen Luftwaffenstützpunkten Erhaç und Kürecik in Malatya unterkommen. Auch Diyarbakır stünde neben weiteren Basen zur Debatte. Begutachtet worden seien demnach Elazığ, Malatya, Diyarbakır, Batman, Şanlıurfa, Gaziantep, Adana, İskenderun, Mersin und Kahramanmaraş. (Şanlıurfa und Gaziantep galten kürzlich noch als die wahrscheinlichsten Standorte  – mehr hier).

Bundestag entscheidet am Freitag über Einsatz der Bundeswehr

Sowohl die Vereinigten Staaten, als auch Deutschland und die Niederlande, die als einzige drei NATO-Partner über die modernsten Patriot-Systeme verfügen, haben mittlerweile einer Entsendung zugestimmt. Die Bundesrepublik und die Niederlande, so die Zaman, sollen jeweils zwei Systeme nebst mehreren Raketenwerfern in die Türkei schicken. Es werde erwartet, dass die Parlamente beider Länder schon in der kommenden Woche zustimmten. Für den Bundestag ist Freitag, der 14. Dezember, anvisiert. Obschon es nicht sicher sei, dass die USA tatsächlich Luftabwehrgerät schicke, werde erwartet, dass auch von dort zwei Anlagen kämen, so dass insgesamt sechs Patriot-Systeme zur Verfügung stünden.

Jede Batterie hätte die Kapazität für sechs Raketenwerfer, von denen jeder bis zu 16 Raketen aufnehmen könnte. In Summe würden die insgesamt sechs Raketen-Batterien in der Lage sein, mindestens 500 Raketen als Reaktion auf syrische Raketenangriffe zu starten (mehr als die Hälfte der Deutschen ist gegen einen Einsatz der Bundeswehr – mehr hier). Da darüber hinaus rund 100 Soldaten benötigt würden, um jede Batterie zu betreiben, folgert das Blatt weiter, sei die Zahl der US-amerikanischen, niederländischen und deutschen Soldaten, die in der Türkei eingesetzt werden, voraussichtlich mit 600 Mann zu beziffern.

Transportkosten der Patriots liegen bei den Lieferländern

Kosten wird der Einsatz allein die Bundesrepublik gute 25 Millionen Euro. So würden die Transportkosten der Patriot-Systeme voraussichtlich allein von den Lieferländern erfüllt werden, während sich die Türkei bei den anfallenden Kosten für Unterkunft und andere Aufwendungen der ausländischen Truppen beteilige.

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