Amt für Religiöse Angelegenheiten: 21. Dezember hat keinerlei Bedeutung

Der 21. Dezember 2012 ist für nicht wenige Menschen weltweit ein ganz besonderes Datum. Während die einen die Vorhersage nach dem Maya-Kalender zum Anlass nehmen, um noch einmal ausgiebig zu feiern, bereiten sich andere auf den sicheren Weltuntergang vor. Auch in der Türkei bewegt der „Tag der Abrechnung“. Nun hat sich Mehmet Görmez, Leiter der türkischen Amts für Religiöse Angelegenheiten, eingeschaltet. Er sagt: Alles Humbug.

Das türkische Amt für Religiöse Angelegenheit empfiehlt den türkischen Bürgerinnen und Bürgern dem nach dem Maya-Kalender hereinbrechenden „Tag der Abrechnung“ am 21. Dezember keinerlei Bedeutung beizumessen. In seiner wöchentlichen Freitagsbotschaft über Twitter appellierte Mehmet Görmez, Leiter der türkischen Amts für Religiöse Angelegenheiten, an seine Follower: „Lasst uns diese falschen, vorgegaukelten und abergläubischen Szenarien keine Beachtung schenken. Lasst uns auf unsere eigenen Vorbereitungen für das Jenseits blicken. Lasst uns zu unserem Herrn beten ‚Schenke uns das Gute in dieser Welt und im Leben‘.“

Türkisches Dorf Şirince schlägt aus Weltuntergang Kapital

Das Appell kommt der türkischen Zeitung Sabah zufolge nicht von Ungefähr. So hätten die Vorbereitungen hinsichtlich der Vorhersage des Maya-Kalenders etwa im Distrikt Şirince von Izmir mittlerweile ungeheuerliche Ausmaße angenommen. So werde das kleine Dorf, das Esoterikern als Geburtsort der griechischen Jagd- und Fruchtbarkeitsgöttin Artemis gilt, derzeit unter anderem überhäuft mit Reservierungen. Die Bettenkapazitäten sollen von rund 170 auf nun 500 erhöht worden sein. Der Grund: Das gut 570 Einwohner kleine Şirince soll einer der zwei Plätze auf der Welt sein, die von dem Untergangs-Szenario verschont bleiben. Der zweite Ort ist das Dorf Bugarach in den französischen Pyrenäen.

Nun schlagen die Hoteliers des Dorfes ordentlich Kapital aus der Prophezeiiung. Wie die türkische Zaman berichtet, seien die Zimmerpreise ordentlich angestiegen. Zahle man sonst 100 bis 500 Lira, seien es jetzt 3,000 für ein Ein-Bett-Zimmer. Das Ende der Fahnenstange sei jedoch noch nicht erreicht. 6,000 Lira pro Bett seien durchaus möglich. Neben Abergläubigen werde auch die internationale Presse erwartet. Rund 3,000 Personen hätten sich hierfür angekündigt. Auch die Gastronomie habe sich gerüstet und wolle einen besonderen Wein in Erinnerung an das Datum produzieren. Viele Bewohner könnten dem Trubel hingegen schon jetzt wenig abgewinnen. Es gebe sogar Sorgen, dass der massive Touristenstrom die Gegend nachhaltig zerstören könnte.

Auch in Deutschland hat sich eine Institution in Sachen Glauben eingeschaltet. In einem Interview mit den Nachrichtenmagazin Focus mahnt der Präfekt der Glaubenskongregation im Vatikan, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, das aktuelle Endzeit-Gerede als „unverantwortlich“ ab. Die Vorstellung vom Untergang sei mit dem Christsein überhaupt nicht vereinbar, so der oberste Glaubenshüter der katholischen Kirche. Der jüngste Tag sei vielmehr ein Tag der Freude. Das, was jetzt geschehe, sei seines Erachtens „sinnlose Aufregung“ (US-Christen sahen den Weltuntergang bereits im Mai 2011 kommen – mehr hier).

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