Whiteboard oder Tafel: „Die Lösung ist eine Mischung verschiedener Methoden“

Facebook, Twitter und das Internet insgesamt gehören zum Leben der Digital Natives, der jungen Generation von Schülern, die mit dem World Wide Web aufgewachsen sind. Die meisten Schulen sparen diese Lebenswirklichkeit der Schüler aus und lehren weiterhin mit Tafel und Kreide. Doch das liegt oft gar nicht am mangelnden Willen der Lehrer.

„Wir haben fünf Räume die mit Whiteboards ausgestattet sind“, erklärt Volker Eberhardt, Lehrer für Warenverkaufskunde, Sozialkunde und Sport am Oberstufenzentrum für Handel in Berlin im Gespräch mit den Deutschen Bildungs Nachrichten. Das sei einfach nicht ausreichend, um die neuen Möglichkeiten regelmäßig in den Unterricht einzubinden. An seiner Schule haben insgesamt 270 Lehrer einen  Anspruch auf die vorhandenen Räume. Ein organisatorischer Aufwand, der Zeit kostet – und die haben Lehrer nicht.

Er ist Teilnehmer des School Forums auf der Online Educa, der größten internationalen Messe im eLearning Bereich, um sich über neue Möglichkeiten und Trends zu informieren. An der praktischen Umsetzbarkeit vieler Trends in der Schule zweifelt er allerdings. Dazu fehle vielen Lehrern einfach „der Zugang zum Thema Internet“. Seine Erfahrung zeigt: Trends kommen und gehen. „So verhält es sich doch mit allen neuen Theorien im Bildungsbereich“, sagt er im Gespräch.

Er kritisiert, dass im Laufe der Jahre immer wieder behauptet wird, dass nun die entscheidende didaktische Methode für den Unterricht gefunden worden sei. Dabei liege die Lösung „nicht in einer einzigen Methode“. Er meint, „es muss ein nebeneinander der Methoden geben. Auch Frontalunterricht ist manchmal wichtig“. Das Internet und eLearning dürfe nicht die einzige Methode werden. „Ich will gar nicht komplett auf Kreide verzichten“, so Eberhardt.

Den Trend der neuen Technologien im Unterricht solle man seiner Meinung nach auch nicht allzu ernst nehmen. Was er sich wünsche, sei viel mehr die Möglichkeit, den Unterricht von seinen Schülern auf einer dazu eingerichteten Webseite vor- und nachbereiten zu lassen. In ihrer Freizeit nutzen sie das Internet ohnehin.

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