Konkurrenz für Youtube: Iran startet eigenes Videoportal

Der Iran hat sein eigenes Pendant zum Videoportal YouTube gestartet. Der Gegenentwurf zu Internet-Riese Google soll der Welt nicht nur die iranische Kultur näher bringen. Der Start ist gleichzeitig der Beginn einer Absage an alle Inhalte, die das iranische Regime als unangemessen erachtet.

Die Website (http://www.mehr.ir) namens „Mehr“, was auf Farsi so viel wie „Zuneigung“ bedeutet, wendet sich ab sofort an den gesamten persisch sprechenden Raum. Ziel, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, sei die Förderung der iranischen Kultur. Wie Lotfollah Siahkali, Vizepräsident des staatlichen Senders IRIB, erklärte, könnten User das Portal nutzen, um dort Kurzfilme hochzuladen oder Produktionen des iranischen Fernsehens anzusehen. Parallel zur neuen Seite gebe es auch eine Facebook-Präsenz, die auf einige Inhalte auf „Mehr“, wie etwa Musikclips, die im Iran produziert wurden, verweise.

Iran zensiert YouTube seit 2009

Bereits seit Mitte 2009 zensiert der Iran im Zuge der umstrittenen Wahlen, die Präsident Mahmoud Ahmadinejad an die Macht zurück kehren ließen, YouTube. Daneben werde auch versucht, der Bevölkerung Zugriff auf eine Reihe von ausländischen Webseiten zu verwehren, die angeblich das islamische Regime unterminieren würden, darunter auch so populäre Social-Networking-Websites wie Facebook und Twitter, sowie die Online-Seiten von vielen westlichen Medien, Blogs und pornografische Hubs. Die Vereinigten Staaten werfen dem Iran in diesem Zusammenhang vor zu versuchen, seine Bevölkerung durch einen „elektronischen Vorhang“ von der Welt abzuschneiden (auch in der Türkei ist es mit der Freiheit nicht allzuweit her – mehr hier).

Die Ankündigung kam inmitten der ersten Schritte des Regimes, seine User durch die Etablierung eines nationalen Intranets vom weltweiten Internet zu trennen. Dieses Netz solle frei sein von un-islamischen Inhalten. Behörden dementieren jedoch und behaupten, das „Nationale Internet“ bedeute kein Abschneiden vom World Wide Web.

Iranische User umgehen Zensur mit VPN

Viele Web-Nutzer im Iran – die Hälfte des 75-Millionen-Volk ist online – sind es gewohnt, die vorherrschende Zensur durch den Einsatz von spezieller Software, ein so genanntes Virtual Private Network (VPN), deren Verkauf im Iran illegal ist, zu umgehen (auch die Bundesregierung forderte kürzlich Zensur – mehr hier).

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