Russland will mit türkischer Familienpolitik gleichziehen: Putin wiederholt Erdoğans Forderung nach 3 Kindern

Erst Anfang Dezember war der russische Präsident Wladimir Putin in der Türkei zu Gast. In Sachen Syrien fanden er und der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan keinen gemeinsamen Nenner. Hinsichtlich ihrer Familienpolitik offenbar schon. Denn nun appelliert auch Putin an seine Landsleute, mindestens drei Kinder zu bekommen.

Der russische Präsident Wladimir Putin sorgt sich um die demographische Entwicklung seines Landes. Um die Überalterung der russischen Gesellschaft und einem langfristigen Bevölkerungsrückgang zu entgehen, rief er die Familien jetzt dazu auf, sich für ein drittes Kind zu entscheiden. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

In der ersten Regierungserklärung seit seiner Rückkehr in den Kreml zu seiner dritten Amtszeit als Präsident, machte Putin deutlich, dass Russland seit dem Zusammenbruch der UDSSR zwar Fortschritte im Kampf gegen die demographische Entwicklung mache. Jetzt sollte es seiner Ansicht nach allerdings zur „Norm“ werden, dass russische Familien drei Kinder hätten.

Drei Kinder sollten russischer Standard werden

Schon jetzt habe das Land, so Putin, eine große demographische Krise überwunden. Dank verschiedener Regierungsprogramme, die in den vergangenen Jahren verabschiedet wurden, wachse die Geburtenrate stetig. Doch genau diese Anstrengungen müssten nun fortgesetzt werden (in der Türkei konnte die Kindersterblickheit erheblich gesenkt werden – mehr hier).

Dabei sei die Entscheidung einer Familie, ein zweites Kind haben, quasi ein potenzieller Schritt hin zu einem dritten. Demographen zufolge, so Putin weiter, sei es außerordentlich wichtig, dass Familien diesen Schritt gehen würden. „Ich glaube daran, dass drei Kinder für eine Familie in Russland Standard werden sollten. Wenn eine Nation nicht in der Lage ist, sich zu erhalten und zu reproduzieren, wenn sie ihre Lebensrichtlinien und Ideale verliert, dann braucht sie keinen externen Feind. Alles wird auseinanderfallen.“

Nicht müde das zu betonen wird auch der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan. Auch er appellierte bereits mehrmals an die türkische Öffentlichkeit, mindestens drei Kinder zu haben. Zudem tat er sich als entschiedener Abtreibungs- und Kaiserschnittgegner hervor (die Mehrheit der Türken lehnt diese Bestrebungen jedoch ab – mehr hier). Jüngst gab er diesen Rat sogar an seinen finnischen Amtskollegen Jyrki Katainen weiter.

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