Das zieht Terroristen an: Pakistanische Mädchen protestieren gegen Umbenennung in Malala Schule

Wütend haben pakistanische Mädchen an diesem Mittwoch gegen die Umbenennung ihrer Schule protestiert. Der Name der bekannten Teenager-Aktivistin Malala Yousafzai würde sie nun umso mehr zum Ziel von Militanten machen. Sie seien zu arm, um wie das Mädchen nach Großbritannien zu fliehen.

Gut 150 Schülerinnen haben an diesem Mittwoch den Unterricht an der Mädchenschule in in Saidu Sharif, im nordwestlichen Swat-Tal, boykottiert. Währenddessen zerrissen sie Bilder der 15-jährigen Malala Yousafzai und bewarfen sie mit Steinen. Sie beschuldigten die Aktivistin zu Gunsten einer Behandlung in Großbritannien ihr Heimatland Pakistan aufzugeben. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Die pakistanische Regierung hatte zuvor zahlreiche Schulen nach dem mutigen Mädchen, das vor wenigen Wochen Opfer eines Anschlags war, benannt. Dem Kopfschuss durch die Taliban im vergangenen Oktober bezahlte sie fast mit dem Leben. Kurz darauf wurde sie in ein britisches Krankenhaus verlegt, wo sie sich nun auf dem Weg der Besserung befindet (das Mädchen war auf dem Nachhauseweg von der Schule angegriffen worden – mehr hier).

Neues Namensschild kommt „Einladung“ für Militante gleich

Die hiesigen Schülerinnen geben an, dass sie den Direktor bereits mehrmals gebeten hätten, die Namensänderung rückgängig zu machen und das große Schild vom Schulgebäude zu entfernen. Sie haben Angst, dass genau das einer „Einladung“ für die Militanten gleich komme und auch sie das Ziel von verheerenden Angriffen werden könnten (unlängst wurden 120 Schüler mit Milch vergiftet – mehr hier).

„Ich schloss mich jenen, die Slogans gegen Malala riefen und ihr Bild mit Steinen bewarfen an. Denn sie hat das Land verlassen, um sich im Ausland niederzulassen. Wir sind arm und können uns das nicht leisten. Wir werden darunter leiden, dass sie nach Großbritannien geflohen ist“, so der Regierungsbeamte Niaz Ali Khan zur Nachrichtenagentur AFP. Die protestierenden Schülerinnen, fährt er fort, seien sehr wütend und aggressiv. Erst als der Schulleiter versprach, die Forderungen der Mädchen an die Behörden weiterzugeben, stellten diese ihren Protest ein. So erklärt die 19-jährige Mah Noor: „Malala ist in Großbritannien, doch die anderen Mädchen werden im Swat-Tal bleiben. Sie wird nicht nach Pakistan zurückkehren. Welchen Sinn haben also die Umbenennungen?

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