Krise in Griechenland: Jetzt wollen türkische Investoren ganze Inseln mieten

Die türkische Tourismusbranche streckt ihre Fühler ins gebeutelte Griechenland aus. Jüngst hat es offenbar eine Anfrage an die griechische Botschaft in Ankara gegeben. Das Ziel: Inseln des Nachbarlandes sollen gemietet werden, um sie ins türkische Tourismangebot aufnehmen zu können.

Türkische Reiseveranstalter wollen die Finanzkrise im benachbarten Griechenland nun offenbar zu ihrem Vorteil ausnutzen. Wie die türkische Zeitung Sabah berichtet, hätten sie sich an die griechische Botschaft in Ankara gewandt und darum gebeten, Inseln in der Ägäis zu mieten.

Zukünftig sollen die Destinationen Teil des türkischen Reiseangebots werden. Die Anfrage, so heißt es weiter, sei vom Verband professioneller Reiseleiter (PTYB) gestellt worden und per Fax bei der Botschaft eingegangen.

Nach Angaben von Yusuf Altuntaş, PTYB-Vertreter aus Trabzon, stelle die Anfrage noch einmal die finanzielle Situation Griechenlands heraus und biete im Zuge dessen an, Inseln in der Nähe der Türkei an türkische Investoren zu vermieten bzw. gemeinsame Investitionen zu erlauben (die Not treibt mitunter seltsame Blüte – mehr hier).

Inseln vermieten: Bisher keine Reaktion aus Griechenland

Wie Griechenland auf einen solchen Vorschlag reagieren wird, ist unterdessen unklar. PTYB-Vorsitzender Umut Çakırhan zeigt sich jedoch zuversichtlich. „Menschen können Karten ausarbeiten. Doch die Grenzen ergeben sich durch die Geographie. Eine Reihe griechischer Inseln sind von uns aus schwimmend zu erreichen. Auf Grund ihrer Entfernung zu Athen profitieren sie nicht von Investitionen. Wir haben jedoch die Kraft das zu ändern.“ (der Immobilienmarkt steht kurz vor dem Kollaps – mehr hier)

Der PTYB hat derzeit rund 18.000 Mitglieder und ist die einzige freiwillige Tourismusvereinigung der Türkei. Der Verband ist übrigens nicht der einzige, der Pläne mit den griechischen Inseln hat. So wurde Mitte Oktober dieses Jahres bekannt, dass die Troika neue drastische Sparmaßnahmen für Griechenland plane. Demnach sollen Inselbewohner aus Kostengründen umgesiedelt werden. Betroffen seien Inseln mit einer Bevölkerung von unter 150 Menschen. In einer Stellungnahme hat das griechische Finanzministerium den Bericht später als Gerücht abgetan.

Türkische Unternehmer auch an Häfen interessiert

In den Fokus türkischer Interessen waren im vergangenen Sommer bereits die griechischen Häfen gerückt. Im Zuge der beginnenden Privatisierung griechischen Staatseigentums würden sie sich für einige der Häfen und Hafengelände interessieren, hieß es seinerzeit in den Medien. Ihr Interesse hätten sie bei Panos Protohsaltis, Chef der Privatisierungsabteilung der griechischen Verwaltungsbehörde, bekundet. Auch ein türkischer Handelskonzern rief die Unternehmen in seinem Land auf, an der Privatisierung teilzuhaben. Selim Egeli, Leiter des türkisch-griechischen Wirtschaftsrats, ein Organ des türkischen Ministeriums für Entwicklung und des Verbands für wirtschaftliche Beziehungen der Türkei mit dem Ausland, erklärte: „Es ist der richtige Zeitpunkt, um jetzt in Griechenland zu investieren.“ (die Unternehmen sind in Beobachterstellung – mehr hier)

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