Nobel-Komitee zur EU: Die Türkei ist wichtig für den Weltfrieden

Im Zuge der Nobelpreisverleihung zu Beginn dieser Woche in Oslo hat das Nobel-Komitee die Europäische Union auch an die Bedeutung der Türkei für den Weltfrieden erinnert. Der Zeremonie wohnten alle EU-Staats-und Regierungschefs bei. Einzige Ausnahme: Der britische Premierminister David Cameron.

In seiner Rede machte der Nobel-Komitee Vorsitzende Thorbjørn Jagland den EU Staats-und Regierungschefs deutlich, dass der EU-Beitrittsprozess den Reformprozess in der Türkei signifikant vorangetrieben habe. Seiner Ansicht nach sei das Ziel der EU-Mitgliedschaft eine Richtschnur für die vorgesehen Reformen in der Türkei. Schon jetzt hätten diese die türkische Demokratie gestärkt. Ein Umstand, das berichtet die türkische Hürriyet, der wichtig für den Erfolg sowohl im Nahen Osten als auch der Welt sei (Vize-Premier Babacan bekräftigte ebenfalls, dass die EU für die Türkei nach wie vor wichtig sei – mehr hier).

Von Reformen in der Türkei profitiert die ganze Welt

„Nachdem die neue Regierung, die von der AKP geleitet wird, eine klare parlamentarische Mehrheit gewinnen konnte, wurde das Ziel der EU-Mitgliedschaft eine Leitlinie für den Prozess der Reformen in der Türkei. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass dies die Entwicklung der Demokratie dort gestärkt hat. Davon profitieren Europa, aber der Erfolg  ist auch wichtig hinsichtlich der Entwicklungen im Nahen Osten, und daher auch für den Weltfrieden“, so Jagland (der türkische EU-Minister ist sich sicher, dass die Türkei noch vor 2023 Mitglied wird – mehr hier).

Der bereits seit Jahren dauernde Beitrittsprozess der Türkei in die EU ist in jüngster Zeit zum Stillstand gekommen. In letzter Zeit sind die Beziehungen auf Grund der Ratspräsidentschaft von Griechisch-Zypern sogar komplett eingefroren. Wie der türkische EU-Minister Egemen Bağış jedoch kürzlich bekannt gab, plane die Türkei während der EU-Ratspräsidentschaft Irlands neue Beitrittskapitel für eine EU-Mitgliedschaft zu eröffnen. In einem Interview mit dem privaten Kanal Kanaltürk erklärte EU-Minister Egemen Bağış, dass die Türkei ihren Wunsch nach Öffnung weiterer Verhandlungskapitel kund getan hätte. So habe es bereits ein Treffen mit irischen Offiziellen zu diesem Thema gegeben. Der irische EU-Minister sei schon in der Türkei zu Gast gewesen. Ein Gegenbesuch der Türkei stünde ebenfalls in Kürze an. Auch mit den britischen Kollegen, die eng mit Irland zusammenarbeiteten, habe man sich, so Bağış bereits besprochen. Schon Anfang November sei darüber hinaus ein Besuch in Großbritannien geplant.

EU ist umfangreichstes Friedensprojekt in der Weltgeschichte

Trotz aller Bemühungen von Seiten der Türkei um einen EU-Beitritt, fährt der EU-Minister fort, käme von der EU nicht viel zurück. Angesprochen auf den am 10. Oktober veröffentlichten Fortschrittsbericht der Europäischen Kommission, erklärte Bağış: „Die Kommission, die so eifrig mit ihrer Kritik ist, ist nicht besonders großzügig in ihrer Wertschätzung.“ (die Kommission sieht einen EU-Beitritt der Türkei derzeit in weiter Ferne – mehr hier) Während seines Besuches des Globalforum in İstanbul Anfang Oktober würdigte Bağış jedoch auch den an die EU verliehenen Friedensnobelpreis. Gegenüber den Journalisten erklärte er: „Die EU ist das umfangreichste Friedensprojekt in der Weltgeschichte. Mit der türkischen EU-Mitgliedschaft wird sich dieses Friedensprojekt globalisieren.“

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