Assad verliert die Kontrolle: Russland bereitet sich auf Szenarien in Syrien vor

Die syrischen Rebellen sind auf dem Vormarsch gegen die Regierung und könnten den Krieg gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad gewinnen. So die Einschätzung des Sondergesandten des russischen Präsidenten für den Nahen Osten. Russland ist in Habachtstellung und trifft entsprechende Maßnahmen.

Die russische Regierung kann einen Sieg der syrischen Rebellen nicht mehr ausschließen. (Foto: a.anis/flickr)

Die russische Regierung kann einen Sieg der syrischen Rebellen nicht mehr ausschließen. (Foto: a.anis/flickr)

Wie der stellvertretende russische Außenminister Michail Bogdanow erklärte, arbeite die russische Regierung an Plänen, seine Bürger im Ernstfall aus Syrien zu evakuieren.  „Man muss den Tatsachen ins Auge blicken“, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur RIA Bogdanow. „Das Regime und die Regierung in Syrien verlieren die Kontrolle über mehr und mehr Territorium.“ Leider könne ein Sieg der syrischen Opposition derzeit nicht mehr ausgeschlossen werden.

Russland trifft Vorbereitungen für Evakuierung seiner Bürger

Seine Äußerungen, so folgert die türkische Zeitung Zaman, seien das bisher eindeutigste Signal dafür, dass sich Russland auf einen möglichen Fall Assads und seiner Regierung vorbereite und seine Gegner die Macht an sich reißen könnten.  Der seit März 2011 anhaltende Konflikt hat bisher gut 40.000 Menschen das Leben gekostet.  „Wir sind gerade mit den Vorbereitungen für eine Evakuierung beschäftigt. Wir haben Mobilisierungspläne und klären gerade, wo unsere Bürger wohnhaft sind.“

Russland, so Bogdanow, das bisher ohne Wenn und Aber auf der Seite Syriens stand und bereits drei UN-Sanktionen gegen das Regime blockierte, wolle jedoch auch weiterhin an einer friedlichen Lösung des Konflikts arbeiten. Das wird auch von Seiten des russischen Militärs bekräftigt: „Unsere feste Überzeugung ist, dass die Lösung des syrischen Konflikts von beiden Seiten nur möglich ist,  ohne Einmischung von einer dritten Seite und vor allem ohne den Einsatz von militärischer Gewalt“, so der russische Militär Stabschef Valery Gerasimov zu RIA Novosti (Präsident Putin und Premier Erdogan kamen bei einer kürzlichen Visite auf keinen gemeinsamen Nenner – mehr hier).

Anerkennung der „Nationalen Koalition“ verärgert Russland

Die Anerkennung des neu geschmiedeten syrischen Oppositionsbündnisses der Rebellen als legitime Vertretung des syrischen Volkes durch die USA, Großbritannien und Frankreich habe die Opposition nach Ansicht von Bogdanow nun allerdings noch mehr ermutigt. „Sie sagen, der Sieg ist nicht weit entfernt. Lasst uns Aleppo, lasst uns Damaskus einnehmen.“ Auch der russischen Außenminister Sergej Lawrow zeigte sich vom jüngsten Schritt des US-Präsidenten Barack Obama überrascht. Die „Nationale Koalition“ sorgt nun für einen handfesten Streit zwischen den beiden Supermächten. Denn Russland wirft der USA Wortbruch vor. Ganz klar sei hier gegen die in Genf getroffenen Absprachen verstoßen worden. Washington, so die Überzeugung in Moskau, setze nun offenbar auf eine bewaffnete Lösung. Mit Waffenlieferung an die Rebellen, so versicherte Obama, solle das Ganze allerdins nicht verbunden sein (Russland setzt auf inter-syrischen Dialog – mehr hier).

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