Nächster Hieb von RTÜK: Jetzt hat CNN Türk den Propheten beleidigt

Erst eine Geldstrafe für CNBC-E, jetzt eine Rüge für CNN Türk: Der Oberste Rat für Hörfunk und Fernsehen in der Türkei (RTÜK) hat erneut einen TV-Sender im Visier. Diesmal geht es allerdings nicht um die Ausstrahlung einer Simpsons-Folge, sondern um eine TV-Show mit Enver Aysever. Darin, so der Vorwurf, soll der Prophet Mohammed beleidigt worden sein.

Der Oberste Rat für Hörfunk und Fernsehen in der Türkei (RTÜK) hat entschieden, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, dass der Prophet Mohammed während der Sendung am 15. Oktober, in der der Journalist Sevan Nişanyan zu Gast gewesen war, beleidigt worden sei.

Im Laufe der Show sprachen Aysever und Nişanyan über den vor einigen Monaten für weltweites Aufsehen sorgenden anti-islamischen Schmähfilm „Die Unschuld der Muslime“. Nach Ansicht des RTÜK seien mit Nişanyans Aussagen, dass etwa Gläubige auf dem falschen Weg seien, die „Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten“ worden. Sie seien „beleidigend und schädlich“ für die Gesellschaft und deren Werte.

Sein Urteil stützt die TV-Aufsicht auf die türkische Gesetzgebung, die vorsieht, dass es „keine Diskriminierung auf Grund von Sprache, Religion, Konfession“ geben dürfe . Erst vor wenigen Tagen sorgte eine vom Rat verhängte Geldstrafe gegen den türkischen Privatsender CNBC-E für Aufruhr. Dieser muss  knapp 23.000 Euro zahlen, weil er eine Halloween-Folge der bekannten US-Serie „Die Simpsons“ gezeigt hatte (der Iran hat die Serie sogar ganz verbannt – mehr hier). In der Episode des Anstoßes wird Gott unter dem Kommando des Teufels gezeigt (anstößig war demnach auch der Aufruf zu Mord und zum Genuss von Alkohol am Silvesterabend  – mehr hier).

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