Reisefreudiger Premier: Erdoğan fliegt 2012 4x um die Welt

Es scheint, als habe der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan im zu Ende gehenden Jahr 2012 mehr Zeit in einem Flugzeug als in seinem Bürosessel verbracht. Ganze 22 Länder hat der AKP-Politiker in den letzten zwölf Monaten in offizieller Mission bereist. Die dabei zurückgelegte Strecke ist beachtlich. Sie entspricht einer vierfachen Erdumrundung.

Die staatliche Nachrichtenagentur Anatolia hat am vergangenen Donnerstag die offizielle Reisestatistik von Recep Tayyip Erdoğan veröffentlicht. Demnach habe der türkische Premier 24 offizielle Besuche in 22 Ländern absolviert.

Insgesamt legte er in diesem Jahr eine Distanz von sage und schreibe 165,120 Kilometer zurück. Das entspricht einer Strecke, die vier Mal um die ganze Welt reicht. Die längste Reise führte ihn in die mexikanische Stadt Los Cabos zum G20-Gipfel. Dieser Trip allein brachte ihm 12,000 Kilometer auf seinem Reisekonto ein.

Von Europa bis Asien: Erdoğan war viel unterwegs

Erdoğan war darüber hinaus allein sechs Mal in EU-Ländern zu Gast, um den eingerosteten Beziehungen zwischen der EU und der Türkei neuen Schub zu verleihen. Daneben zog es ihn aber vor allem in die Ferne. So besuchte er unter anderem Katar, Saudi-Arabien und Ägypten im Nahen Osten sowie Süd-Korea, Indonesien und Brunei in der Pazifik-Region.

Warum der Premier nicht nur in den vergangenen zwölf Monaten so viel unterwegs war, liegt für das türkische Blatt Zaman übrigens auf der Hand: „Die Intensität der Besuche reflektiert die proaktive und multidimensionale Diplomatie der Türkei in den letzten Jahren. Das Land will seine wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen mit mehr Nationen auf verschiedenen Kontinenten vertiefen.“ (er gehört zusammen mit seinem Außenminister zu den Top 100 Global Thinkers 2012 – mehr hier)

Angela Merkel: 55.000 Kilometer in einem Monat

Bundeskanzlerin Angela Merkel würde über Erdoğans Bilanz übrigens nur müde lächeln. Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, lege diese allein in einem Monat gut 55.000 Kilometer zurück. Ihre unzähligen Wege in der Hauptstadt nicht mit eingerechnet. Am reiseintensivsten sei für sie die Zeit zwischen dem 18. Juni und 8. Juli gewesen (in Portugal erklärten Intellektuelle sie zur unerwünschten Person – mehr hier). Gemeinsam mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) war auch sie beim G20-Gipfel in Mexiko. Schon einen Tag später ging es aber wieder nach Berlin, um schon kurz darauf gen Rom zu fliegen und auf dem Rückweg einen Abstecher in Danzig einzulegen. Zurück in Berlin blieb ihr jedoch keine Verschnaufpause. Kaum ausgepackt, ging es bereits weiter nach Paris und von dort nach Brüssel und Reimes. Und das, so die Zeitung, seien allein die öffentlichen Termine mit der Presse. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) könne bei diesem Pensum übrigens locker mithalten. Berlin, Bonn, Bangladesch, Rom, Frankfurt, Paris, Tokio, Moskau – auch das sei ein ganz normaler Monat für einen Außenminister.

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